Auf Manfreds Geburtstag am Freitag folgte gestern dann der Geburtstag von Christa, meiner "AusdemKüchenfensterschau-Nachbarin", der August ist wirklich ein anstrengender Monat ;o). Mit zwei Flaschen alkoholfreiem Weizenbier unterm Arm habe ich um Einlass gebeten, hier wundert sich glücklicherweise niemand mehr, sie wissen, daß ich bekloppt bin ;o)
Heute morgen war dann um 5 Uhr die Nacht zu Ende, 1,5 h Anfahrt zum größten Triathlon Brandenburgs, wohl auch deshalb, weil er der letzte der Saison ist. Doch wer sich mit solch einem Namen schmückt, und bereits zum 19. Mal diese Veranstaltung ausrichtet, sollte in Sachen Organisation doch bereits etwas professioneller funktionieren. Lange Schlange an der Anmeldung, bei der ein einziger Helfer nach dem Raussuchen der Startnummer diese auf einen Schmierzettel schrieb, damit man sich damit an die nächste Schlange 300 m weiter anstellen kann, an deren Ende immerhin schon ZWEI Helfer die Startertüte packten... Unglaublich,
bei unserem Marathon passiert sowas Tage zuvor...
Inzwischen ist es 8:30 - nur noch 30 min bis zum Start, nicht mehr viel Zeit, die Wechselzone einzurichten, zur Toilette und so Dinge... Das kann ich gar nicht leiden.
Wettkampfbesprechung... keiner weiß wann und wo, Neopren erst erlaubt, dann wieder nicht, 10 min nach dem geplanten Start gibt es dann eine, aber nicht am Schwimmstart, sondern oben in der Wechselzone, die nicht abgeriegelt ist und in der Verwandte, Bekannte und Kinder wild umherspringen. Kallinchen - ein anderes Wort für Chaos. Ich habe nichts gegen Wald- und Wiesentriathlons, ganz im Gegenteil, aber das ist irgendwie daneben. Kalt ist es mit 15 Grad Außentemperaturen ebenfalls, aber dafür können sie ja nix.
Genug gemeckert, nun zum Rennen selbst. Mit einer halben Stunde Verspätung fällt der Startschuß dann endlich, ich komme gut weg, finde eine Lücke, kaum Feindberührung, fühl mich wohl im Wasser, bis auf ein paar schreckliche Wasserpflanzen, die Stacheln haben und die immer wieder am Arm kratzen. Wenigstens gabs keine Schrammen am Neo, denn der war ja verboten.
Gefühlt bin ich eine neue Schwimmbestzeit geschwommen... in echt war es die Schlechteste der Saison. Beim Blick auf die Uhr beim Schwimmausstieg ärgerte ich mich zunächst schon - 37 min - was mach ich denn hier, bin ich mit meinen Gedanken schon eine Woche weiter - Mist!!! Als ich in der Wechselzone jedoch noch so viele Räder stehen sah, besserte sich meine Laune ganz schnell wieder.
Allerdings ging es nicht nur mir so, es wird gemunkelt, die Strecke war länger... und ehrlich gesagt, glaube ich das auch. Auch wenn ich in den letzten Wochen das Hauptaugenmerk auf die anderen beiden Disziplinen gelegt habe, ich war heute 7 min langsamer als im Saisonschnitt - und das kann nicht sein. Platzierung wie immer nach dem Schwimmen: 251 von 355 - 100 hinter mir, das ist ok.
Bevor der Spaß auf dem Rad losgehen konnte, galt es erst einmal ca. 400 m Kopfsteinpflaster zu überwinden - das sollte dann noch 2 x folgen, denn es waren 3 Runden zu fahren. Sonst liefs gut, habe viel überholt, Kraft in den Beinen war da, das viele Training hat sich ausgezahlt und dafür, das Wiesbaden erst 2 Wochen zurückliegt, bin ich mit meinen 1:11 inklusive beider Wechsel hochzufrieden.
Der Übergang zum Lauf war auch problemlos, gutes Tempo gefunden, jetzt beginnt das Kopfrechnen, denn der gute neue Garmin hängt zu Hause an der Steckdose (ich Doof ich). Auch das Überholen geht weiter, Beine gut und frisch, leider keine Kilometerschilder, alles nach Gefühl - und das ist bei mir schwierig, wenn ich kontrolliert laufe, geht meistens mehr. Vielleicht hätte ich es dann auch geschafft heute - ganz bestimmt hätte ich das: EINE NEUE 10er-PB!!! Und das bei einem Triathlon. Die letzte 10er Zeit solo steht bei 44:29! Heute laufe ich nach 44:33 ins Ziel. Die Form stimmt jedenfalls, auch noch nach so einer langen Saison. Oder gerade deshalb.
Mit einer Gesamtzeit von 2:33:51 werde ich 9. Frau von 54, habe Platz 126 von 356 Finishern und Platz 2 in meiner Altersklasse. Das war also ein super Saisonabschluß.
Auch, oder gerade auch, weil ich Jürg auf der Laufstrecke traf und wir uns dann im Ziel verabredeten. Wir sind dann noch zusammen in den See gesprungen und haben den Nachmittag auf der Terasse des Strandbades bei guten Gesprächen ausklingen lassen. Schön war`s. Als wir uns dann verabschieden, nehmen wir uns vor, auch über den Winter zusammen Rad zu fahren. Schließlich war er es auch, mit dem ich im Frühjahr meinen ersten 130er gefahren bin.




Wenn schon wenig Training in den letzten Tagen, gabs andere nette Dinge, zum Beispiel ein kleiner Hund, der hier versucht, die Weltherrschaft zu übernehmen und jeden Tag ein Stückchen größer wird. Ute hat uns am Donnerstag eingeladen, ihr neues Auto zu begießen und gestern hatte dann Manfred Geburtstag, was inklusive aller Vorbereitung und Aufräumarbeiten ja dann auch reichlich Zeit in Anspruch nahm. Aber es war schön, alle Freunde wiederzusehen und vorallem am Nachmittag unsere Kinder eimmal wieder zusammen um den Tisch zu versammeln. Natürlich sind sie selten geworden, diese Momente, dafür um so intensiver und wenn ich mir meine großen Kinder so anschaue, wie dieser große junge Mann da links auf dem Bild seine Freundin anhimmelt, während sie dieses Foto macht, und die junge Frau mit den dunklen Haaren ganz rechts, die selbstbewußt ihr Leben in die Hand nimmt - dann bin ich schon stolz auf die Beiden.
Vorallem auch, daß ihre Beziehung untereinander nach vielen Jahren fürchterlicher Konflikte, die uns als Eltern oft Sorge bereiteten, inzwischen sehr, sehr harmonisch geworden ist.










