Samstag, 30. Mai 2009

Hardcore die Zweite - Wasser von Oben

Gestern Abend habe ich bereits so ein bischen Schnupfen bemerkt, vom Chlorwasser konnte es nicht sein, trotzdem hoffte ich, daß es nicht irgend ein Infekt ist, der mich da niederstrecken will... Das ich dann am Abend auf der Couch einpenne, das kommt eigentlich seit ich Sport mache, überhaupt nicht mehr vor. Damals, nach dem 3. Glas Rotwein oder dem 4. Bier... ja, da war das immer so. Na ja, jedenfalls bin ich auf der Couch eingepennt und in der Nacht irgendwann ins Bett gekrochen.

Auch heute Morgen ging es mir irgendwie... keine Ahnung, nix Halbes und nix Ganzes, wie das Wetter da draußen. Nicht dunkel, nicht hell, nicht warm, nicht kalt. Mein Ruhepuls war aber mit 42 zahm wie immer - hmh. Na ja, nach dem Frühstück begann ich mit dem Kartoffelschälen und da fiel mir dann ein, daß ich ja den Auftaktlauf vergessen hatte... Also hab ich ihn dann am späten Vormittag gemacht, obwohl ich mich eigentlich platt fühlte. Aber ein Auftaktlauf ist 30 min lang und eignet sich bestens, den eigenen Körper abzutasten und die Form zu testen. Als ich davon heimkam, ging es mir besser. Für den Nachmittag hatten sie Gewitter angesagt, und Schauer. Nun hatte ich aber den Kindern gesagt, das es heute Mittag bei uns gibt und sie kamen natürlich auch. Ist ja auch schön... allerdings schob sich dann meine Radeinheit.... Als ich dann endlich losfuhr - so gegen 16 Uhr, wegen diverser anderer Dinge, begann es leicht zu tröpfeln - na Klasse!!! Allerdings rumpelte es nicht und Regen - na ja, was solls. Ich hab dann gleich meine Neuinvestition, die Regenjacke, eingeweiht. Ist schon schön, wenn der Oberkörper trockenbleibt.Auch wenn es eine ziemliche Sauerei ist, wenn das Wasser dann über die Füße die Waden hinauf bis an die Oberschenkel läuft... Eigentlich physikalisch völlig unmöglich, außer man steht auf dem Kopf! Na ja, das einbeinige Pedalieren während der Ausfahrt ist ziemlich gewöhnungsbedürftig, geht aber. Außerdem standen 3 x 10 min-Intervalle auf dem Plan, bei denen ich mir die volle Breitseite gegeben habe. Und dann sind mir so wichtige Dinge in den Kopf geschossen, wie ein paar Wechselsocken für Kraichgau einzupacken, falls es auf dem Rad regnen sollte... Wird es zwar nicht, aber Wechselsocken sind eine gute Idee ;o)

Schöne Pfingsten!

Freitag, 29. Mai 2009

Hardcore - für das gute Gefühl danach!


Luft 13°C, stürmischer Wind, ab und an ein Sonnenstrahl. Wassertemperatur? Keine Ahnung! Eigentlich will ich da nicht rein, aber das gute Gefühl danach lockt mich. Heut bin ich allein am See, Frederik ist die nächsten Tage nicht da und ich habe mir vorgenommen, die Bojenreihe abzuschwimmen. Rüber allein, das trau ich mich nicht.

Ganz schöner Wellengang. Kopf ausschalten, rein in die Brühe. Wasser satt, auch im Mund. Dabei wollte ich nur Luft holen. Nach dem ersten Abschnitt kommt Anett, die heute um den See laufen will. Umarmung hat sie abgelehnt - warum nur, kann sie mich nicht mehr leiden ;o)

Bissl gequasselt, dann hat Anett mit dem Forerunner für mich mal die Bojenstrecke von Land aus ausgemessen, damit ich in etwa weiß, wie weit ich schwimme. Dann ist jeder wieder seinem Sport nachgegangen bzw. geschwommen. Insgesamt waren es für mich dann heute 1300 m, davon 1000 non Stop, das reicht, mir ist immer noch nicht ganz warm, trotz heißer Suppe, Tee und Wolldecke. Wasser schmeckt auch nicht. Ich meine, das aus dem See...

Aber das "gute Gefühl" - das ist jetzt da - und dafür hat sich das Überwinden doch voll gelohnt.

Nachtrag: Das Bild hat mir Anett gerade geschickt, sie war wohl doch schon eher da, als ich dachte...! Dankeschön.

Donnerstag, 28. Mai 2009

Gewitter reinigt die Luft

Das Gewitter war gerade vorüber, als Anett bei mir ankam. Die Sonne schien und wir verschwendeten keinen Gedanken daran, daß es uns noch einmal überraschen würde. So ging es über die Hügel in meinem Wald hinunter zum kleinen Waldsee, die Luft war wunderbar klar, alles herrlich Grün durch den Regen der letzten Tage. Besonders warm war es auch nicht, die Armlinge konnte ich gut vertragen. Kurz bevor wir das einzige Dorf auf unserer Laufrunde erreichen, zog sich schlagartig der Himmel drohend zu, es rumpelte... ja, was tun... umkehren würden wir nicht schaffen, das Gewitter würde schneller sein. Also Sprint bis zum Dorf, dort gibt es eine schöne geschützte Bushaltestelle...

Hier warteten wir den Gewitterschauer, der sogar dicke Hagelkörner mitbrachte, ab. Glück gehabt. Wäre Anett pünktlich gewesen... ;o) - wären wir im Schlaubetal dem Wetter schutzlos ausgeliefert.Nach der kurzen Pause kam auch sofort die Sonne wieder raus, irgendwo gab es sicher heute einen Regenbogen - für uns ging es weiter, hinein ins Tal der Schlaube und immer an ihrem Ufer entlang bis zur Schlaubemühle, dann auf dem Radweg heim. 20 schöne Kilometer, die wie im Fluge vergangen. Kein Wunder, wir hatten ja auch den Run & Bike auszuwerten und sonst noch so diverse Dinge... Weiber wir ;o))

Nachtrag: jetzt gerade tobt da draußen ein richtiges Unwetter los - also heute zwei Mal Schwein gehabt!

Mittwoch, 27. Mai 2009

Bike-Swim-Bike: Schwimmen macht Laune!


Welch geile Erkenntnis 18 Tage vor dem großen Finale!
Heute stand im Trainingsplan Rolle+TTT, was nichts Langweiligeres als Intervalle in Aeroposition auf der Rolle bedeutet. Die ist aber längst abgebaut und wartet in der Scheune auf bessere Zeiten. Ich hatte heut was Anderes vor. Ich bin mit dem MTB über die Hügel des Schlaubetals geritten - diese eignen sich hervorragend für ein Intervalltraining mit "Kette rechts" bis die Oberschenkel brennen. Nach 22 Kilometern war ich am Müllroser See, der heute einen Wahnsinns-Wellengang hatte, durch den starken Wind. Aber irgendwie freute mich das, denn bisher kam ich noch nicht in den Genuss im Training und im letzten Jahr hätte ich fast einen Wettkampf deswegen abgebrochen.
Frederik war sogar fast pünktlich heute und spätestens mit seinem Eintreffen waren alle Zweifel in den Wind geschlagen, im wahrsten Sinne des Wortes. Rein ins Wasser, im Neo allerdings, ohne ists dann doch noch etwas frisch, wenn auch nicht mehr so sehr, wie vor zwei Wochen. Auf den ersten Metern hab ich erstmal ordentlich was getrunken... ;o) aber dank Total Immersion weiß ich ja, wie man sich auf dem Wasser dreht, daß man nach Oben atmen kann. Ab Seemitte ging es dann jeweils mit den Wellen - diesmal sind wir 2 x rüber und zurück nonstop geschwommen. Das heißt, knappe 2000 m - zum ersten Mal am Stück im See - und damit hab ich die Kraichgau-Distanz im Freiwasser heute im Sack - yeh!
Die beste Erkenntnis aber ist für mich: ich werde wohl kein Stück schneller schwimmen, als im letzen Jahr, aber ich werde wesentlich entspannter an den Start gehen, die Angst vor dem Freiwasser ist komplett verschwunden, ich fühle mich wohl beim schwimmen und bin selbstbewußter geworden. Klar, irgendwie werde ich immer darauf hoffen, daß es kein Neoverbot gibt, aber ich werde mit Sicherheit nicht mehr, wie im letzten Jahr, krampfhaft alle Wasserstände und Tauchtiefen (ich meine natürlich die Wassertemperaturen) ergooglen und dann bei großer Hitze auf ein Wunder hoffen... Und das mit dem Tempo - das mach ich dann eben im nächsten Winter ;o)

Ach ja, nach dem Schwimmen mußte ich ja noch nach Hause - hier gabs dann volles Rohr, logisch, ich hatte ja Hunger!
Und wegen dem Foto: hier hat jedes noch so schlechte Bild die Chance, verewigt zu werden.

Dienstag, 26. Mai 2009

Erster Trainingstag in PEAK - Es wird ernst

Gestern war Ruhetag, und ich habe mich sogar daran gehalten. Nicht mal eine zusätzliche Schwimmeinheit (die bring ich schon noch irgendwie unter ;o)) Dafür Besuch und ne große Portion Eis (so mit Apfelmus und einem Schuß Eierlikör). Schließlich muß ich ja aufpassen, nicht zu sehr unter Wettkampfgewicht zu kommen :o)). Das liegt derzeit voll im Soll und die Nutella-Orgien der Wintermonate gehören der Vergangenheit an.

Heute hatte ich eigentlich geplant, morgens um 6 Uhr am Beckenrand zu stehen, und am Nachmittag das Lauf-Intervalltraining zu machen. Doch der Wetterbericht sagte 35 Grad voraus und am Abend Gewitter - also hab ich kurzentschlossen umdisponiert und bin heute Morgen
nach dem Aufstehen gleich losgelaufen. Nüchtern natürlich, obwohl ich bereits in der Nacht mal wach wurde, und Hunger hatte. Mit Intervallen hab ich es dann allerdings nicht so sehr - deshalb bin ich einfach nur zügig losgelaufen und hab ein bischen (noch zügigeres) Fahrtenspiel gemacht. Nach etwa 10 km waren dann die Glykogenspeicher schmerzhaft leer und die letzten 5 km nicht mehr so leicht. Aber auch das sollte trainiert sein. Dafür schmeckt das Frühstück dann um so besser - es gibt fast keinen perfekteren Tagesbeginn. Heut Abend kann es Donnern, Blitzen, Gießen - von mir aus. Ich hätt jetzt fast gesagt: in der Schwimmhalle ist es trocken....:o)
Ansonsten fühle ich mich fit und gut ausgeruht. Die Spitzen der letzten Wochen habe ich gut verkraftet.

Samstag, 23. Mai 2009

Klarer Sieg in der Ak 100 - Run & Bike Neuzelle

Das ich das noch erleben darf: In der AK 100 einen Marathon in 3 Stunden - unglaublich!

Dieter und ich werden unter den Mixed-Teams in der Altersklasse als G(gemischt)100 geführt, das ergibt die Mischung aus M60 und W40. Dies wird auf die Ergebnisse letzlich zwar keinen Einfluß haben, Altersklassen-Wertungen gibt es hier nicht, das wäre auch zu komplex. Zwei Paare werden genauso alt sein wie wir, zwei sind sogar 110. Aber das nur am Rande...

Ziemlich frisch ist es am Morgen, die ersten 100km-Pärchen sind bereits im Ziel, ein bischen neidisch bin ich, weil ich das in diesem Jahr nicht gemacht habe, schlafen konnte ich sowieso nicht, weil meine Trainingsfreunde Bianka und Matti unterwegs sind und ich ständig an sie denken mußte - wo sie wohl sind und wie es ihnen wohl geht. Hab ich es doch im letzten Jahr selbst erfahren.

Egal, zurück ins Hier und Jetzt: Während Dieter vorn bei den Läufern steht, übernehme ich den ersten Rad-Part. Ich wußte nicht, wie anstrengend das ist, denn bisher war ich immer Startläufer. Durch ein paar Nadelöhre hindurch, zusammen mit insgesamt 512 Verrückten (256 Paaren) hieß es, bergauf, durch Gassen, durch Schlamm, meinen Dieter finden. Und da Dieter ein Schneller ist, hieß es, ihn schnell finden. Geplant war, daß ich ihn an Kilometer 5 eingeholt habe, so wollte er sich seine Kräfte für den ersten Abschnitt einteilen. Doch es war so eng, so voll, es war einfach kein Durchkommen. Als das Kilometer5-Schild kam, war Dieter noch immer nicht in Sicht, ich wühlte mich durch die Massen, keulte, knüppelte durch den Matsch - bis ich ihn bei km7 endlich einhatte.

Man, war ich fertig - aber Dieter auch. Dankbar, daß ich ihn endlich gefunden hatte, ließ er mir nicht einmal Zeit für eine Erklärung, sondern riss mir förmlich das Rad unter dem Hintern weg, um seine wohlverdiente Pause zu bekommen. Hilft ja nichts, also rennen, was die Lungen und die Beine hergeben....


Zur Erholung, wenn ich auf dem Rad war, kam ich kaum, denn um das Tempo hochzuhalten wechselten wir immer dann, wenn der Fahrradtacho unter 13km/h anzeigte. Für mich war das eine ganz neue Taktik, aber perfekt. Ein Mixed-Paar vor uns hatten wir ständig im Blick, aber es gelang uns nicht, aufzulaufen, so sehr wir auch kämpften. An der Strecke rief man uns unterschiedliche Platzierungen zu, von 3. bis 5 - das war mehr, als wir zu träumen wagten. Immerhin waren 77 gemischte Paare am Start.

Etwa 5 Kilometer vor dem Ziel sahen wir dann ein Paar, welches wohl zu schnell angegangen war und nun das Tempo nicht mehr halten konnte. So hatten wir unser Nahziel direkt im Visier und haben es noch geschafft, sie einzuholen. In Folge dessen haben wir dann noch öfter gewechselt, nicht mehr auf den Tacho geschaut, sondern nur noch Sprints kurz vor dem Komabereich absolviert, bevor der Andere wieder ran mußte. Welch Glück, daß wir uns jeweils so schnell davon erholten. Am Ende hat es für Platz 3 gereicht - wie gesagt, das hat unsere Erwartungen übertroffen, unter die ersten 6 wollten wir es schaffen.

Dieter war ein toller Partner, der sich keine Sekunde geschont hat, und dank ihm, der mit über 60 Jahren den Marathon noch in unter 3 Stunden läuft, habe ich auch einmal im Leben in diesen Genuss kommen dürfen ;o). Unsere Endzeit beträgt letztlich 03:05:25. Die Kilometerangaben streuen von GPS 43,5 bis Radtachos 45,5 - aber am Ende war die Strecke für alle gleichlang und die Platzierung entscheidend.

In der Gesamtwertung aller Teams macht das den 24. Platz von 251 Finisherpaaren.


Alle Ergebnisse gibts hier zu sehen: KLICK

Anschließend hat mich Moldi beim Futtern erwischt...

Bei der Siegerehrung haben wir dann die Erst- und Zweitplatzierten zum ersten Mal von vorn gesehen... ;o)

Auch Anett und ihre Partnerin haben sich super geschlagen!


Schön, im Anschluß noch Bianka und Elke zu treffen - irgendwo läuft man sich doch glücklicherweise immer über den Weg.

Gestern gab es dann zum Abschluß der Build-Phase meines Trainingsplanes für Kraichgau noch eine lockere 60km-Ausfahrt, die kam gerade recht, um meinen beginnenden Muskelkater in Schach zu halten. Und nun gehts in die "Heiße Phase".

Freitag, 22. Mai 2009

Himmelfahrtstour 2009

Nicht nur Nachbarn, auch gute Freunde: Christa und ich

Zum Glück habe ich trotz Trainingseifer, Plänen, Wettkämpfen und Disziplin die Freunde und das Feiern nicht vergessen. So starteten wir am Himmelfahrtstag um 10 Uhr mit unseren Rädern, die ab und an natürlich eine kleine Pause brauchten ;o)
Jürgen hat Probleme mit seinem Knie, konnte selbst nicht mit dem Rad fahren, wollte aber natürlich dabeisein. Und so supportete er uns, indem er mit dem Auto verschiedene Stellen anfuhr und das "Tischlein deck dich" hervorzauberte, welches dann solch nette Dinge wie Kaffee, Kuchen und Würstchen für uns bereithielt. Hier ein Halt am Oder-Spree-Kanal in Eisenhüttenstadt.
Gut gestärkt ging es dann weiter durch die Ziltendorfer Niederung, wo die Kneipen an diesem Tag hoffnungslos überlastet waren. Unglaublich, hier hat man ganz offensichtlich den letzten Schuß noch nicht gehört.

Weiter ging es dann über Politz auf den Eisvogelpfad, dessen zauberhafte Natur mir bis zum Basteln der Marathonstrecke völlig fremd war und der uns jetzt oft als Laufstrecke dient.
Letzte Stärkung gab es in Diehlo,

wo uns dann wieder einmal ein Regenguss überraschte, aber eine große Kastanie Schutz bot.

Dann gings auf zu letzten Etappe und nach gut 50 schönen Kilometern
kamen wir wieder an, in unserem ...
...Dorf, am Ende der Welt.

"Ein rauher Alltag zeichnet die Gesichter
Und Haus- und Feld- und Untertagarbeit.
Aber er setzt in ihre Augen Lichter
Von Wärme und echter Herzlichkeit.
Sie sind es, die mich an diesen Ort binden,
Sie machen einen noblen Platz daraus!
Heimat ist immer, wo wir Freunde finden.
Wo immer jemand auf dich wartet, da ist Zuhaus‘!
Und Glück, wenn jemand nach all deinen Wegen
Ein Licht für dich ins dunkle Fenster stellt.
Heut nacht kann ich mein Bündel niederlegen
In meinem Dorf am Ende der Welt."
(R.Mey)

Mittwoch, 20. Mai 2009

Locker mit Dieter

Besser müsste es heißen: Locker für Dieter.
Dieter ist mein diesjähriger Partner für den Run & Bike Neuzelle. Dieter ist 62 und Dieter läuft den Marathon immer noch unter 3 Stunden. Wir starten in diesem Jahr nicht über die lange Distanz von 100, sondern nur über 42 Kilometer. Für den langen Kanten benötigt man mindestens Marathontraining - und das hatte ich ja nun mal nicht. Ich denke, wir sind ein gutes Team am Samstag. Normalerweise trainieren wir nicht zusammen - logisch, passt ja nicht, bei den unterschiedlichen Leistungsniveaus. Aber kurz vorm Wettkampf wollten wir wenigstens noch ein paar Dinge absprechen, den Wechsel Rad/Lauf/Rad wenigstens ein/zweimal testen und anschließend ein Stündchen locker laufen. Ja, locker laufen, was Dieter darunter versteht... Er scheuchte mich die Dielhloer Berge hoch und runter, Wahnsinn, was der "alte Mann" so drauf hat. Und ich...? Ich wollte mir natürlich keine Blösse geben... ;o) 1:14 und 14 Kilometer - und das nicht eben und über Stock und Stein. Na ja, kleiner Trainingsreiz eben!

Dienstag, 19. Mai 2009

Kleckern statt Klotzen...

... denn ich habe ja Recom-Woche und da darf ich das. Das sieht dann so hier aus:

Es muß etwa hier an der selben Stelle gewesen sein, wo ich das vor 40 Jahren unter dem wachsamen Blick meiner Eltern auch schon gemacht habe :o) Da hatte ich aber wahrscheinlich nur eine Gummihose an... oder gar keine!

Aber zuvor bin ich mit Frederik
schon einmal da rüber und wieder zurück

und das haben wir dann noch ein zweites Mal gemacht! Es ist immer so kalt, daß ich zu Hause dann immer erstmal einen heißen Tee und eine dicke Decke brauche. Aber es ist ein gutes Gefühl, sich wieder überwunden zu haben.

Samstag, 16. Mai 2009

Unterwegs zu neuen Grenzen: Langdistanz-Duathlon im Spreewald



Spreewald-Duathlon 19/84/5

PANORAMA

Ich wußte, daß es hart werden würde. Aber ich habe es verdrängt. Wie sonst kann es sein, daß ich komplett entspannt bin, vor dem Start. Gut, das könnte daran liegen, daß meine schwächste Disziplin - das Schwimmen - heute keine Rolle spielt. Trotzdem: so ein Ding wie das hier hab ich noch nie abgerissen....

Ich treffe Acki, Semi und Max, lerne Drullse kennen und qbz - später sogar noch fritz, alle aus dem Triathlon-Forum bekannt. Das einzig Schwierige ist heute die Bekleidungsfrage. Regen, kein Regen, wird es noch wärmer als jetzt, Wind????? Tausend Fragen, aber ich entscheide mich vor dem Start, natürlich in kurzen Sachen zu laufen, auf dem Rad aber dann unbedingt die Jacke drüber zu ziehen. Denn durchgeschwitzt nach 19 crossigen Kilometern kann man bei 84 km auf dem Rad schon mal etwas auskühlen. Und das wär die Hölle....

Es geht los und es ergibt sich, daß ich mit Acki zusammen das selbe Tempo laufe, das ist sehr angenehm, wir haben einen guten Rythmus, laufen knapp unter 5er Schnitt auf der doch ordentlich crossigen Strecke über Stock, Steine und Hügel.
Kurz vor Ende der Laufstrecke setzt ich mich ins Gebüsch ab, planmäßig, denn ich habe 3 Stunden Rad vor mir und will das vorher erledigt haben. Mit dem Einteiler kostet es ein paar Sekunden mehr, aber was muß, das muß... Nach 1:33 erreiche ich nach 19 Kilometern Lauf die Wechselzone. Supi, alles im Plan!

Part 2 - die Radstrecke: Drullse hatte mich gewarnt, hier in der ersten Runde zu viel zu wollen, gerade, weil es auf den letzten 20 km jeder Runde (42km) heftigen Gegenwind gibt. Darum hab ich mich sehr zurückgehalten und meine Beine fühlten sich ausgesprochen frisch an, trotz des Laufes vorher. Ich war guter Dinge, hier in Runde zwei noch Kohlen auflegen zu können, ja ich spann mir schon eine Zielzeit zusammen, von der ich nicht mal zu träumen wagte.... Geträumt hatte ich von sub5... Auch Ackis guten Rat nahm ich mir zu Herzen, auf dem Rad eine Jacke überzuziehen, obwohl das schon einige Überwindung kostete, denn nach dem Lauf war ich aufgeheizt und die Sonne kam gerade raus. Also alles war bestens bis, ja bis etwa Kilometer 30. Hier beschlich mich eine unendliche Übelkeit, obwohl ich verpflegungstechnisch alles im letzten Jahr auf den Olympischen Triathlons und auch in diesem Jahr in den Trainings getestet hatte. Ich bekam einfach nichts energiehaltiges mehr in meinem Magen, mir war schlecht wie sau..... Am Verpfegungspunkt nach 42 km griff ich mir aber wenigstens eine Banane,
und das war dann auch der letzte Energielieferant, der in meinem angeschlagenen Magen verschwand. Die Übelkeit hielt an, trotzdem kämpfte ich weiter um jeden Kilometer und es gelang mir auch, das Tempo etwas anzuziehen. Allerdings nicht so, wie ich es mir in Runde 1 erhoffte. Es war hart, richtig hart. Energie konnte ich einfach nicht mehr zuführen, es ging nichts rein... dafür hinaus - und das kostete mich ein paar Minuten, in denen ich vom Rad mußte. Danach wurde es allerdings auch nicht besser. So litt ich stumm vor mich hin, ohne mein Ziel aus den Augen zu verlieren. Es war verdammt hart. Nach 85 Kilometern und 02:56 h endlich den Magen in die Senkrechte bringen - Laufschuhe an und weiterleiden... Glücklicherweise gab es an der Laufstrecke wegen des anliegenden Campingplatzes auch Toiletten, die auch noch besuchte. Na ja, und dann ging es etwas, aber es waren wohl die härtesten 5 Kilometer meines Lebens ;o) Und irgendwie auch der härteste Wettkampf meines Lebens. Nichts desto Trotz hab ich mein Ziel erreicht - ja sogar eine Punktlandung gesetzt. Mit 4:58 voll im Plan!

Ernährungstechnisch macht mir das jetzt schon ein bischen Sorgen - aber eine andere Lektion habe ich heute gelernt: Auch wenns mir noch so dreckig geht - so erreiche ich doch mein Ziel, wenn ich hart dafür kämpfe.... Und das ist vielleicht heute die wichtigste Erfahrung!

Apropos Ziel: dort hab ich mich dann erstmal in den Dreck geschmissen :o)) Man war ich fertig.
Morgen gibts eine lockere Radtour mit dem MTB und den Leuten aus dem Schlaubetal-Marathon-Verein, die heute alle einen Laufwettkampf hatten. Anschließend wird gegrillt und in der nächsten Woche ist Recom!!!! Die brauch ich jetzt aber auch!

Mittwoch, 13. Mai 2009

Ein Traum wird wahr und ein anderer verliert seinen Schrecken

Eigenartige Stille herrschte, als ich am Nachmittag vor dem Wettkampf in Buschhütten auf dem Sportplatz ankam. T2, also die Wechselzone 2 war bereits aufgebaut, und im Freibad trafen sich die Athleten des EJOT-Teams Buschhütten zum Fotoshooting. Kein Gedränge an der Startnummernausgabe, alles ruhig und entspannt - hier herrscht professionelle Routine. Das Freibad macht einen angenehmen Eindruck, der Fingertest fällt beruhigend aus, es ist nicht zu kalt, denn hier herrscht Neoverbot. Ich bin ganz alleine nach Buschhütten gefahren, ich kenne auch niemanden hier, vielleicht treffe ich morgen ein paar Foris aus dem Triathlon-Szene-Forum, aber wäre eher Zufall. Bei den Triathleten ist es anders, als bei den Marathonläufern. Durch verschiedene Starterwellen und das vorherige Einchecken der Räder hat man mit sich selbst zu tun, es ist längst nicht so entspannt. Ich vermisse diese gemütliche Atmosphäre der Marathons und der Foritreffen sehr, aber dies ist nunmal der Sport den ich liebe.

Nachdem ich meine Startertüte abgeholt habe, schaue ich mir noch ein wenig das Treiben im Freibad an und dann beziehe ich meine kleine Zelle in der Jugendherberge in Hilchenbach.

Hilchenbach ist ein kleines gemütliches Fachwerkstädtchen mit etlichen Kneipen, ich gehe noch etwas essen und lasse den Abend vor meinem Laptop ausklingen.

Am nächsten Morgen das gleiche wie immer - keine Lust eigenlich, die Frage nach dem Warum - Kopf ausschalten, raus aus den Federn. Beim Frühstück ist außer mir nur noch eine Sportgruppe aus Thüringen, das Angebot ist reichlich, doch ich bekomm nicht viel runter. Der erste Triathlon ist irgendwie doch immer...

Ich bin früh im Freibad, die ersten Staffeln starten um 9, ich um 12:15 Uhr, aber so kann ich mein Auto direkt in der Nähe parken und habe alles "Vor Ort" Ich habe mir einen kleinen Zettel mit den Startnummern der Foris gemacht und halte ein wenig Ausschau, treffe auch "Gurke", nette Abwechselung, wenn man sonst ganz allein ist. Als die Zeit näher rückt, steigt meine Nervoistät... dabei ist es mein 10. Triathon und der Keineahnungwievielhundertste Wettkampf. Mir ist schlecht. Aber irgendwie ist es cool, mit den Topathletinnen am CheckIn zu stehen. Nachdem die Räder stehen, geht alles ganz schnell, keine Zeit mehr zum warmmachen, Bahn gesucht, Zeiten besprochen mit den anderen (8 auf einer Bahn), sortiert, 3 -2 - 1 - Peng und es geht los. Alle Anspannung fällt ab, ich schwimme mein Ding, nicht schnell, das trau ich mich nicht, ich bin auch gut einsortiert, keine Prügellei, werde überrundet, überrunde selbst auch einmal (immerhin) und komme nach nicht ganz 23 min aus dem Wasser. Miese Zeit, aber das war klar, nun kann der Spaß beginnen. Rauf aufs Rad, die Autobahn hoch und runter, das macht Laune, ich liebe diesen Sport. 1:13 für 40 Kilometer, das ist meine bisher beste Radzeit bei einem Triathlon, wie schön, die vielen Winterkilometer zahlen sich aus. Auch der Wechsel auf die Laufstrecke klappt problemlos, keine lahmen Beine, Training hilft, ich tangiere Ina Reinders und werde von Lena Brunkhorst überholt (sssst und weg), nach 5 Kilometern sehe ich auf die Uhr, 2:30 war mein Ziel, da ist viel Luft, ich streng mich nicht mehr wirklich an, genieße den Wettkampf, die Atmosphäre und laufe nach 2:25 locker ins Ziel! Treffe anschließend tatsächlich noch einige Foris, bejubele die Sieger,
auch Andreas Niedrig, bekannt durch seine Autobiografie "Vom Junkie zu Ironman" - Gänsehaut pur - Buschhütten ist ein perfekter Wettkampf und DIE Saisoneröffnung schlechthin. Kaum vorstellbar, dort im nächsten Jahr nicht wieder zu starten.

Publikumsliebling Andreas Niedrig im Ziel


Sebastian Kienle - Sieger Buschhütten 2009

Ja, das war mein Saisonstart in Buschhütten, der Traum, der wahr wurde, durch eine simple Mail an die netten Organisatoren, vielen Dank noch einmal dafür.
***
Der andere Traum - der mir wesentlich mehr Magenschmerzen bereitete - die Radstrecke der Challenge Kraichgau. Als ich mich im letzten Jahr für meine erste Mitteldistanz anmeldete, hatte ich überhaupt nicht aufs Profil geachtet - wie dumm... Buschhütten liegt etwas mehr als einen Ironman (226km) vom Kraichgau entfernt und Wolf Dieter hatte sich angeboten, mit mir die Strecke abzufahren und mir Quartier zu geben. Dankend hab ich das Angebot angenommen, auch wenn ich nicht wußte, wie sich meine Beine nach Buschhütten anfühlen würden. Aber 90 Kilometer sollten immer gehen, wenn man in 5 Wochen eine Mitteldistanz finishen will. So trafen wir uns Montag Mittag halb 12, der Regen war verzogen, die Sonne kam heraus und mit ihr eine ziemliche Schwüle. Nach etwa 5 Kilometern ging es in die "Berge", die Oli "Hügel" nennt, ich hielt mich vom Tempo her vorsichtig zurück, fühlte mich aber gut. Die Beine waren frischer als ich dachte, wenn`s bergab ging, hatten meine Bremsen gut zu tun, während Wolf Dieter davonsauste. Ich bin da eher etwas ängstlich, wenn mein Tacho bei 55 angekommen ist, hab ich solche Reflexe in den Händen... :o) Das muß ich noch lernen, aber es ist schwierig, das hier zu Hause zu trainieren. Die Kilometer vergingen rasch, die Strecke ist durch das ständig Auf und Ab wunderbar kurzweilig. Die Welt war in sattes Grün getaucht, das nur von gelb leuchtenden Rapsfeldern unterbrochen wurde, ein wunderschöner Ausblick überall. In einem Städchen ging es eine steile Gasse hinauf, beim Anblick selbiger hatte ich die Hosen etwas voll, fürchtete ich doch, hier einfach mit dem Rad umzufallen, weil ich nicht aus den Pedalen komme. Aber die Furcht war umsonst, ich kam gut hinauf und nachdem mir Wolf Dieter versichtert, das dies das Schlimmste war, hab ich mich dann auch an den anderen Anstiegen getraut, etwas mehr reinzutreten. Es war einfach großartig und es fühlte sich gut an. Nach 3:34 Fahrzeit und 91 Kilometern waren wir wieder an unseren Autos und ich hatte das gute Gefühl: da geht noch was.


Wolf Dieter vor mir auf dem Weg zum höchsten Punkt der Strecke, der zweimal passiert wird.


OBEN

Ein Foto geht immer... ;o)

Am Abend gings dann zum 1. Freiwassertraining der Saison an den Hardtsee, in dem auch zur Challenge geschwommen wird. Ganz einsam und still lag er noch da, kaum vorzustellen, daß hier in 5 Wochen das Wasser brodeln wird. Leider mußten wir nach 500 m aus dem Wasser, wegen eines heftigen Hagelgewitters, aber Sicherheit geht vor.


Gewitterstimmung

An diesem Abend hatten wir uns noch viel zu erzählen, schließlich sahen wir uns zum ersten Mal, obwohl wir uns schon so lange kannten. Es hat viel Spaß gemacht und ich hoffe, ich kann mich irgendwann einmal revanchieren für diese Gastfreundschaft! Vielen Dank Wolf Dieter!


***


Am Dienstag bin ich dann nach 750 Kilometern und langen 7 Stunden Autofahrt wieder zu Hause angekommen. Kurios ist, das mir nach 3 Stunden Radfahren weniger weh tut, als nach 3 Stunden Autofahren. Zur Entspannung war ich dann am Abend noch kurz laufen und im Schwimmbad. Gestern gabs mit Frederik, Roth-Finisher und gerade aus dem Winterschlaf erwachter Trainingsfreund, einen netten Lauf über 17 Kilometer und heute wollen wir mit dem Neo in den See. Alles in Allem bin ich guter Dinge, fühle mich topfit, auch das Gewicht ist wieder auf Wettkampfniveau. Morgen dann ein Ruhetag und am 16. auf dem Langdistanz-Duathlon so richtig den Hintern voll bekommen.

Freitag, 8. Mai 2009

Auf gehts...


Genau diese Zeitschrift war es vor einem Jahr, die mich auf diesen Wettkampf aufmerksam machte. Ich hatte meine erste Triathlon-Saison noch vor mir, aber nach diesem Bericht wußte ich: da will ich im nächsten Jahr hin.

Um die Startplätze gab es letztlich ziemliches Gerangel, die Veranstaltung war ausverkauft, noch bevor die Online-Anmeldung öffnete. Nur durch Mail-Kontakt zu den überaus freundlichen Veranstaltern habe ich einen Startplatz bekommen und nun ist es soweit. Die erste Belohnung für viele einsame Winterkilometer steht bevor. Neu für mich die getrennten Wechselzonen, komplett umdenken, anders packen als gewohnt - als Triathlet wird man mit der Zeit auch irgendwie ein Logistikspezialist ;o) Schade, ich hätte einmal meinen ganzen Krempel fotografieren sollen, als er da so auf dem Wohnzimmerfußboden lag. Aber nun ist alles gut verstaut, das Auto ist gepackt. Eine letzte kurze Ausfahrt gab es noch, um zu testen, ob ich mit der neuen Position der Schuhplatten zurechtkomme und im Anschluß noch lockere 5 km Lauf mit kurzen Steigerungen. Die letzte intensive zweistündige Trainingseinheit gabs gestern im Schwimmbad. Aber auch das wird mich nicht davor bewahren, unter den letzten aus der Badewanne zu kommen. Was soll`s, das wird mir den Spaß nicht verderben, zumal es dann mit dem Rad über die vollgesperrte Autobahn geht.
Morgen um 7 Uhr gehts los, ganz allein diesmal - in den Wilden Westen! Ich freu mich drauf!

Mittwoch, 6. Mai 2009

Ein letzter Blick

"Der Abschied ist gekommen,
Ich glaub‘, ich füg‘ mich niemals drein,
Dabei hab‘ ich ihm lange schon entgegengeseh‘n.
Ich hab‘ nie Abschied genommen,
Ohne zerrissen zu sein,
Und einmal mehr wünschte ich jetzt, die Zeit bliebe steh‘n!"
Regen fällt, als ich noch einmal den Ort meiner Kindheit besuche. Oft war ich hier in den letzten Tagen. So oft, wie in den Jahren zuvor nur selten. Aber nun ist es so weit und auch der Himmel weint. Hier habe ich die unbeschwertesten Jahre meines Lebens verbracht - meine Kindheit. Geborgen und getragen von der Liebe meiner Eltern, die auch beide nicht mehr sind. Vielleicht ist das der Grund, warum mir dieser Abschied so schwer fällt. Die Arbeiter, die für den Abriss zuständing sind, haben diese Gefühle nicht. Wie auch. Sie wissen nicht, daß sie nicht nur die Materie zerstören, sondern ein Stück Lebensweg. Natürlich, es bleibt im Herzen, es bleibt in Bildern, in Gedanken. Aber ich kann es nicht mehr anfassen. Wie ein kleines Zeichen ist mein Aufgang der letzte, der noch steht. Am Freitag wird er weichen. Die Adresse "Kiefernweg 20", das, womit ich "Heimat" verbinde, gibt es dann nicht mehr. Eine Träne rollt über meine Wange, während ich zum Auto zurückgehe. Sieht ja keiner, es regnet sowieso. Auf dem Plattenweg eine kleine Schnecke. Ich heb sie vorsichtig auf uns setze sie an den Rand. Ich bin empfindsam geworden.
"Doch das Leben ist wie ein reißender Fluß,
Der mich weitertreibt.
Der nie stehenbleibt.
Und erreich‘ ich ein Ufer,
Komm‘ ich doch nur zum Schluß,
Daß ich weitergehen muß.
Ja, ich weiß, die Stunden waren
Uns nur kurze Zeit gelieh‘n.
Wir sind uns nur begegnet, wie die Schiffe auf dem Meer,
Die sich im Vorüberfahren
Grüßen und dann weiterzieh‘n,
Dennoch, dich jetzt zu verlassen, fällt mir unsagbar schwer."
(Text: Reinhard Mey - Abschied")

Sonntag, 3. Mai 2009

Storkower Duathlon 10/41/5

Endlich! Die erste "Mulit-Sport-Veranstaltung" des Jahres. Vorallem war ich neugierig, wie`s um meine Radform steht, nach den vielen Trainingskilometern. Das ich hier vorn mitmische, das war unmöglich, Duathleten laufen (vorallem Laufen) in einer anderen Liga. Also hatte ich nur einen Gegner heute: MICH.

Mein Vereinskollege Jürgen kam mit und nahm am Volksduathlon teil, der eine Stunde früher gestartet wurde. Deshalb gibt es auch so viele Fotos heute vom Rennen.kurz vorm Wendepunkt nach 5 km auf der ersten Disziplin

So richtig wußte ich nicht, wie ich den ersten Lauf angehen sollte, denn ich hatte immer im Hinterkopf, das da ja dann noch mehr kommt. Trotzdem hatte ich während des Laufes das Gefühl, hier irgendwie nah am Limit zu sein.... aber wie gesagt, innerlich schwebte da immer das Damokleschert über mir mit der Warnung: spar noch ein paar Körner. 1. Laufzeit: 47:36 - das ist ok.Rad-Wendepunkt nach 20 Kilometern

Auf dem Rad hab ich es dann zu vorsichtig angehen lassen. Irgendwie stellte sich nicht das Gefühl ein: "dieses Tempo ist soweit ok, daß es über 40 km reicht." Das ist halt der Unterschied zum Triathlon, da sind die Beine noch frisch. Aber hier lern ich eben noch. Erst nach 10 Kilometern habe ich mich getraut, in die Vollen zu gehen. Die Strecke war landschaftlich sehr schön, allerdings auch ziemlich hügelig. Hier habe ich wirklich meine Schwächen erkannt. Jedenfalls gegenüber einigen anderen Athleten. Bergan fiel ich immer etwas zurück. Hier gibts also mehr Handlungsbedarf, als ich vermutete. Ein bischen Seitenwind hab ich auch gratis bekommen, interessant, zu spüren, wie sich die neuen Laufräder verhalten, ich hatte es aber gut im Griff, ohne größere Probleme. Ein einziges Mal hat es mich ein wenig aus der Spur gebracht. Weiß ich jetzt wenigstens auch, wie sich das anfühlt. Mit meiner Radzeit bin ich allerdings nicht wirklich zufrieden, ich bin lediglich einen 31er Schnitt gefahren. Einfahrt in die Wechselzone übers Kopfsteinpflaster

Das ist nicht schneller als im letzen Jahr (allerdings beim Triathlon ohne Vorbelastung durchs Laufen). Ich tröste mich nun mal selbst, das dies der Grund ist, denn eigentlich fühlte ich mich "radfit". Zieleinlauf

Die folgenden 5 Laufkilometer taten weh, wie sie es immer tun... trotzdem konnte ich noch zwei Plätze gutmachen. 24:18 gibts für die letzte Disziplin - und ich bin ziemlich fertig, wie man sieht.Die Bedingungen rundherum waren jedoch ein Traum, gut, es war ziemlich heiß, aber das hab ich ja gern. Vorallem, wenn man hinterher noch so wunderbar realexen kann.Ja, das Gesamtergebnis ist etwas komliziert: Es waren neben den offenen Wettkämpfen auch Landesmeisterschaften für Berlin und Landesmeisterschaften für Brandenburg. In der absoluten Gesamtwertung habe ich den 5. Platz belegt (ich glaube von 14 Frauen) und den 2. AK-Platz. Den ersten hatte die Gesamtsiegerin. Und in der Brandenburgwertung bin ich Gesamt-Vierte (Nachtrag: lt. Ergebnisliste, welche gerade online gegangen ist, nicht Gesamt-Vierte, sondern Gesamt-Dritte :o))geworden und - und jetzt kommts: Landesmeisterin W40!!! Na das ist ja auch mal was :o)Im Überschwang der Endorphine habe ich anschließend Jürgen mit meinen Sachen und meinem Auto nach Hause geschickt und bin die 50 Kilometer noch mit meinem Blitz ausgeritten :o)

Jetzt bin ich irgendwie.... ein bischen müde :o)

Samstag, 2. Mai 2009

Crashkurs im Schrauben und Kleben

Es nützt nichts, wenn man als Triathlet nach längeren Distanzen schielt und ein bischen nach den Sternen greifen möchte, dann kommt man nicht drum herum, ums Schrauben und Kleben. Und da Bernd, mein Radhändler, längst mehr für mich ist als Verkäufer, sondern inzwischen schon ein guter Freund und Berater, hat er sich heute, an seinem freien Tag Zeit für mich genommen. Meine neuen Aero-Laufräder sind eingetroffen, heute hat er mir geholfen, die Schlauchreifen auf die Felgen zu kleben (eine komplett neue Erfahrung für mich), Bremsgummis wechseln, Räder ein- und ausbauen. Vorallem natürlich beim Hinterrad hab ich da noch so ziemliche Probleme. Da werde ich mir wohl noch oft die Hände schmutzig machen müssen, denn das sitzt überhaupt noch nicht flüssig. Was soll`s, ganz so doof, wie ich in den Laden hineinging, kam ich jedenfalls nicht wieder heraus :o) Dann hab ich eine kurze lockere Ausfahrt gemacht, um einmal das Fahrverhalten mit den neuen Rädern zu testen. Ziemlich komisch das Gefühl, sich komplett auf sich selbst verlassen zu müssen - immerhin hatte ich die Schlauchreifen selbst montiert, bzw. aufgeklebt... Aber die 20 Probekilometer sind sie nicht abgefallen... :o) Na ja, ich hatte einen guten Mentor. Gerade das Fahrverhalten bei Seitenwind hätte mich interessiert, das ich bei meinen letzten Ausfahrten ja dauernd und heftig hatte. Heute wehte wie zum Hohn nicht ein einziges Lüftchen. Aber ich bin zuversichtlich, weil das letztens mit den Sturmböen ein gutes Training war, auch wenn ich da noch nicht die Aero-Räder drauf hatte. Wird schon schiefgehen. Zur Not, wenn Orkan vor Ort festgestellt wird, kann ich ja immer noch die Räder tauschen.

Nach der Proberunde (die viel zu kurz war) hab ich Schuhe und Strümpfe ausgezogen, mir meinen Hund geschnappt und bin barfuß 2 km Feldweg gejoggt, den Rest der Hunderunde dann gegangen. Nun gehts an Packen meines Wechselrucksacks und morgen dann wird endlich wieder Wettkampfluft geschnuppert. Ich freu mich schon!


Mein Schmuckstück