Dienstag, 30. November 2010

"Katamaran

... von Meeresrand zu Meeresrand
einen Sommer lang
vergessen wir das Abendland
im leichten Wind
zehntausend Meilen fort von hier
und wo wir sind
ist niemand mehr."

17. November 2010 - TAG 6

Heute darf Bärli mit. Wir haben alle, wie man an den Bildern erkennen kann, unserem Status entsprechend, die Plätze eingenommen (mindestens Einer meint jetzt sicher: "unserer Qualifikation entsrechend..." ;o))

Heut gehts also auf See, mit einem Katamaran. So ein bisschen Luxus ist dabei, ein Sprudelpool und ein Mittagsbuffet. Getränke "all inklusive" und jede Menge Sonne und Meer.


Im Hafen von Puerto Rico beginnt unsere Reise.

"Still ruht die See,
weich fällt der Regen
und unser Boot, es wird ganz leicht
slow motion ride
der Sonne entgegen
Endloses Wasser
und alle Zeit"

Immer sanft an der Küste entlanggleitend genießen wir die Sonne, das Meer und unsere gemeinsame Zeit.


Ständig verändert sich das Bild der Küste, einmal gibt es sogar "Delfinalarm". Faszinierend, wie sie in der Nähe des Bootes ihre Kunststücke aufführen. Leider gelingt es mir nicht, sie vor die Linse zu bekommen.


Auch Bärli genießt derweil die Annehmlichkeiten der Reise auf See.


Wir haben uns vom überfüllten Oberdeck nach unten verdrückt. Hier hat man das Gefühl, dem Meer näher zu sein, hier ist es beschaulicher.

Doch nicht lange, dann bekommen wir Besuch von Erna und Maria aus Wien. Zwei lustige ältere Damen, die ihre Freiheit und ihr Leben nochmal so richtig genießen. Mit ihnen haben wir eine Menge Spaß und viel zu lachen.

Besonders, als Erna nach einem Badestopp im Meer nicht mehr allein aus dem Wasser kommt und - nach dem Motto "Rettet die Waale" von der Crew hinausgezogen wird ;o)))
Auch der schönste Tag geht einmal zu Ende - und das wird uns so richtig klar, als wir wieder den Hafen von Puerto Rico ansteuern.
Hier hat der Massentourismus auf der Insel wohl seine grauseligsten Spuren hinterlassen :-(
Schlimmer gehts nimmer!


So hat leider alles immer seine zwei Seiten. Für uns ist es dennoch ein wunderschöner Urlaubstag,
der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Der zitierte Text aus dem Song "Katamaran" stammt von dem großartigen Sänger und Komponisten Hans Hartz, der heute vor genau 8 Jahren im Alter von 59 Jahren verstorben ist.

Donnerstag, 25. November 2010

Mittendrin

Montag, 15. November 2010 - TAG 4


Weckergeklingel im Urlaub? Na ja, es gibt sicher bessere Methoden, um morgens wach zu werden - aber wir wollen pünktlich um 9 Uhr in Agaete an Bord sein um nach Teneriffa überzusetzen. Und die Fahrt bis zum Hafen würde einige Zeit dauern - und nicht nur das ;o)
Nachdem ich wiederholt die Abfahrt in Richtung Las Palmas nicht erwische, weil die Beschilderungen irgendwann einmal aufhören, fahre ich an dieser Stelle besonders langsam. Es ist 7:30 Uhr am Morgen, reichlich Verkehr auf den Straßen der Insel - und Hupen ist hier Plficht. Jedenfalls für die Anderen. Da ich extrem langsam fahre, um vielleicht irgendwo das zum dritten Mal übersehene Schild doch noch zu finden, werden wir natürlich wieder kräftig angehupt und mein sonst so braver Beifahrer kann sich einen "Fingerzeig" nicht verkneifen. Leider haben wir uns mit den Falschen angelegt. Ein Bus mit 4 bis ins Mark beleidigten Polizisten schiebt sich vor unser Auto und zwingt Erich zum Aussteigen. Was nun folgt, ist in diesem Augenblick nicht sehr lustig - am Ende geht aber alles gut und sie zeigen uns den Weg nach Las Palmas. Fortan ist "Körperbeherrschung" angesagt ;o)


Dieser Vorfall, sowie ein Stau auf der Autobahn läßt unser Vorhaben, die Fähre um 9 Uhr zu erreichen, scheitern. Die nächste Überfahrt um 13 Uhr und die damit verbundene kurze Zeit, die uns auf der Insel verbleiben würde, rechtfertigen den hohen Fahrpreis nicht und so beschließen wir, uns das Städtchen Agaete ein wenig anzuschauen und anschließend einen Abstecher zu den Höhlen von Guayadeque zu machen. Doch dazu später, zunächst gibt es eine kleine Stadtbesichtigung.



Auch hier sind wir fernab jeder Touristenmeilen.


Das Wetter wird immer schlechter, bald beginnt es zu regnen. Wir haben natürlich seit unserem Korsika-Urlaub im Frühjahr einen Checkliste, auf der auch ein Regenschirm steht. Wir haben ihn sogar mit nach Gran Canaria genommen. Und wir haben ihn im Koffer in unserem Bungalow... ;o)


So begnügen wir uns damit, nur kurz in der Schlucht von Guayadeque zu verweilen, die Sicht ist leider schlecht durch Regen und Nebel. Aber was wir hier sehen, fasziniert schon.


Hier leben die Menschen wirklich noch in richtigen Höhlen, allerdings seit den 90ern auch zivilisiert mit Strom und Wasser, mit richtigen Haustüren und Vorgärten. Da gibt es die "Paterre-Wohnungen" ebenso wie die im "4. Stock" und auch leerstehende Höhlen...


...eine Kirche und Gasthäuser. Sachen gibts.

Als wir am Abend zurück nach Playa de Ingles fahren, klart das Wetter wieder auf, die Sonne lugt hervor und verspricht einen schönen morgigen Tag.


Dienstag, 16. November 2011 - TAG 5


Heute schlafen wir aus! Kein Wecker, nur das Rauschen der Palmenblätter und die Sonne, die uns sanft wecken. Nach einem erfrischenden Bad im Pool mit ein paar Schwimmeinlagen schlüpfen wir in die Laufsachen. Heute haben wir etwas ganz Besonderes vor. Nein - keinen Tanz auf dem Vulkan - aber einen Lauf auf dem Vulkan.

Der Caldera de Bandama ist der größte Vulkankrater der Insel. Einen Kilometer Durchmesser und 200 Meter Tiefe - so steht es im Reiseführer.


Dort angekommen, finden wir einen ausgeschilderten Wanderweg, der ins Kraterinnere führt.


Doch als wir Zwei das "Verbotsschild" sehen, genügt nur ein kurzer Blickkontakt - WIR WOLLEN MEHR! Wir wollen auf dem Kraterrand den Krater umrunden ;o) Und das machen wir dann auch!

Ich glaube, das ist die schönste und bizarrste Laufstrecke, die ich in meinem Läuferleben bisher unter die Füße genommen habe.

Mal geht es durch einen wahren Dschungel aus Kakteen,



mal auf schmalem Grat, an dessen Seiten es 200 Meter in die Tiefe geht.


Hier kann Erich es sich kaum verkneifen, auf dem Vulkanschotter hinunterzurutschen. Einzig der Umstand, dort nicht wieder hinaufzukommen, hindet ihn daran ;o)



Auf der Südseite des Kraters, dort, wo die Sonne länger und intensiver brennt, hat sich unter der Vegetation allerlei kriechendes Getier eingenistet. Beim Vorbeilaufen hören wir es davonhuschen - nicht immer ist uns ganz wohl dabei.



Manchmal können wir einen kleinen Salamander entdecken, aber manchmal "klingt" es auch irgendwie größer und ich bin froh, nicht alles zu sehen... ;o)


Die Sonne gibt heute ihr Bestes. So, als wolle sie den gestrigen, etwas verregneten Tag vergessen machen.


Glücklicherweise haben wir eine Wasserflasche dabei, denn auch wenn die Strecke auf dem Krater nur etwas über 3 Kilometer lang ist - es geht auf und ab und bringt uns schon etwas ins Schwitzen.

Nach der Umrundung müssen wir natürlich noch ins Innere.


Seltsam, die verschiedenen Gesteinsschichten, die unglaublich unvorstellbare Kräfte einst als glühende Masse durch die Gegend schleuderten.


Eine merkwürdige Vorstellung - also schlaf bitte weiter, lieber Vulkan ;o)


Hier im Innern ist der Boden fruchtbar, eine Vegetation, wie sonst kaum irgendwo auf der Insel. Sogar eine kleine Siedlung hat es hier einst gegeben - irgendwann.


Und einen Bewohner gibt es dort sogar immer noch - aber nicht in dieser Ruine, er hat sich ein paar Meter weiter ein Häuschen gebaut. Individualist ;o)


Sogar Apfelsinenbäumchen begegnen uns - eine, wenigstens eine muß ich haben.

Nach der Erkundung des Inneren des Vulkanes folgt der Aufstieg. Wir stellen fest, daß es hier alles irgendwie anders ist, als in den Alpen. Hier steigt man erst hinab und dann hinauf ;o)


Der Vulkan hat uns also wieder ausgepuckt, und wir fahren, um uns zu erfrischen, an einen einsamen Strand in der Nähe der Hauptstadt.

Der hohe Wellengang und die beginnende Ebbe läßt uns allerdings sehr vorsichtig sein, beim Baden. Zudem ist es im Vergleich zu unserem Luxusstrand in Playa de Ingles hier sehr steinig und glatt, was das Hineingehen zusätzlich erschwert.


Trotzdem können wir uns im Meer erfrischen um anschließend noch die Altstadt von Las Palmas zu erkunden.


Diese ist von der Größe her recht "übersichtlich". Mittelpunkt ist die Kathedrale Santa Ana, die im 15. Jahrhundert erbaut wurde.


Und natürlich darf auch hier Herr Christoph Kolumbus nicht fehlen, der der Überlieferung nach hier im Jahre 1492 zu Gast war.


Straßenverkehrsordnung auf "grancanarisch".


Wir kehren zurück nach Playa de Ingles und entdecken hier am Abend eine ganz extreme Art von mitteleuropäischem Tourismus....


Wenngleich irgendwie voll daneben, verbringen wir hier wirklich einen lustigen Abend :o)

Dienstag, 23. November 2010

Zurück in den Sommer...

... darauf freuten wir uns schon lange!

Umso mehr, als wir uns am 12. November bei strömendem Regen und Nebel auf den Weg von Ehrwald nach Stuttgart machen. Um 13:15 Uhr soll unser Flieger abheben, um uns dann gute 4 Stunden später wieder in der Sonne von Las Palmas auf Gran Canaria auszuspucken.

Da ich meine Flugangst, die mich seit vielen Jahren so sehr beeinträchtigte, mit Erichs Hilfe vollständig besiegt habe, kann ich den Flug und damit unseren Urlaub auch von der ersten Minute an wirklich genießen.


Auf Gran Canaria angekommen, werden wir mit dem Bus in den Parque Paraiso nach Playa de Ingles gebracht. Dort haben wir für die nächsten 7 Tage einen wunderschönen Bungalow gemietet, nur ein paar Schritte von Strand und Zentrum entfernt.

Natürlich führt uns unser erster Weg hinunter zum Atlantik - unendliche Weite - und ein schöner, heller, auf den Kanaren ja seltener Sandstrand empfängt uns.
Urlaub - Sonne. 26 Grad zeigt das Thermometer noch am frühen Abend. Wir genießen es, dort zu sein und bummeln anschließend noch durchs Zentrum mit seinen tausend Kneipen und Restaurants.

Samstag, 13. November 2010 - TAG 2

Das Rauschen der Palmenblätter vor unserem Schlafzimmer und die Sonne locken uns schon zeitig aus dem Bett. Nur keinen Augenblick verpassen...



Nach einem Bad im Pool suchen wir nach einem Restaurant für unser Frühstück - aber so zeitig ist hier noch keiner auf den Beinen ;o) Das macht aber nichts, so erkunden wir ein wenig die Strandpromenade, genießen die Morgensonne und das Rauschen des Meeres.

Nachdem wir schließlich doch ein Frühstück erobert haben, nehmen wir die Schuhe in die Hand und spazieren, mit den Füßen im Wasser, den langen Strand in Richtung Maspalomas entlang.
Unterwegs gibt es manch Kuriositäten zu erleben, so wie diese Gruppe Urlauber beim Bocciaspiel am Strand ;o)


Unser Ziel aber sind die bekannten "Dünen von Maspalomas", einer 2 x 6 km großen Wüste direkt am Meer.

Sogar Kamelreiten wird hier angeboten (das ist uns aber zu doof ;o)). Wer also einmal Wüstenatmosphäre schnuppern mag, ohne Angst vor Verlaufen und Verdursten zu haben, der ist hier richtig.

Natürlich ist auch für uns heute das Baden im Meer angesagt. Ziemlich salzig die Suppe, und zum Schwimmen wegen des Wellenganges eher nicht geeigent. Aber das Wasser hat eine angenehme Wärme - einmal mehr wird uns gerade klar, wie gut wir es doch jetzt hier haben.


Sonntag, 14. November 2010 - TAG 3


Wieder sind wir zeitig auf den Beinen, obwohl das Nachtleben in Playa de Ingles nicht gerade langweilig ist ;o) In Laufsachen geht es hinunter zum Strand. Dort ziehen wir Schuhe und Strümpfe aus, stülpen sie uns über die Hände und genießen es, das Laufen so ganz pur zu spüren. Immer wieder spühlt die Brandung uns das angenehm lauwarme Wasser um die Füße. Vorbei geht es an den Dünen, die wir von gestern her schon kennen, weiter bis zum Leuchtturm von Maspalomas. Diese 6 Kilometer so barfuß am Strand strengen schon etwas mehr an, als sonst. Am Leuchtturm ziehen wir Schuhe und Strümpfe wieder an, nun geht es auf festen Wegen hinter den Dünen zurück zu unserem Ferienpark. Wir baden im Pool und nehmen anschließend unseren Mietwagen in Empfang. Und was tut man mit einem Mietwagen auf einer Insel? Richtig: sie umrunden. Wir starten um 11 Uhr und fahren die Straße entlang in Richtung Norden, nach Las Palmas. Das Land hinter den Küsten wirkt vom Auto aus karg und nicht wirklich schön. Doch das werden wir später noch genauer erkunden.

Unterwegs halten wir in einem kleinen Ort, hier hat wahrscheinlich noch niemals ein Tourist seinen Fuß hingesetzt ;o) Aber wir schaffen es, uns ein Frühstück zu bestellen und finden es schön, einmal das Leben außerhalb der Touri-Meilen zu erleben.

Wir bummeln noch ein wenig durch Telde, finden das "Zentrum" mit Kirche, in der gerade mehrere Kinder getauft werden. Nach Abschluß der Zeremonie wagen wir uns auch kurz hinein.
Anschließend geht es weiter zum Hafen von Las Palmas. Für einen Hauptstadthafen macht er aber einen sehr verschlafenen Eindruck. Na ja, vielleicht sollte man nicht vergessen, daß die ganze Insel hier nur so groß ist, wie Deutschlands Hauptstadt ;o)


Unser Weg führt uns immer an der Küste entlang, hier im Norden tobt das Meer schon etwas kräftiger, bläst ein stärkerer Wind.
. Wir können Surfer auf ihren Brettern bewundern, wie sie über die Wellen reiten und die Urgewalt des Ozeans spüren. Wie klein wir doch sind....

Agaete und der dem Ort vorgelagerte Hafen Puerto de las Nieves sind unser nächstes Ziel.


Von hier aus gibt es eine Fährverbindung zur Nachbarinsel Teneriffa, die man heute bei guter Sicht sehen kann. - wenngleich sie so über Wasser und Wolken schwebend, einen gespenstischen Eindruck macht.


Wir nehmen uns vor, am morgigen Montag mit der Fähre dort hinüberzusetzen und verlassen Agaete in Richtung Bergland...


...über eine 35 Kilometer lange schmale Straße mit vielen, vielen Kurven und karger Landschaft. einzig die tief stehende Sonne bringt Abwechselung und Schönheit in die vulkanische Landschaft.


Für die 35 Kilometer benötigen wir mehr als eine Stunde, ich mag nicht mehr ;o) Die Belohnung erfolgt jedoch dann wieder mit Meerblick und einem phantastischen Sonnenuntergang im Westen der Insel bei Puerto Rico.


Über Maspalomas kehren wir dann wieder nach Playa de Ingles zurück und haben die Insel einmal umrundet.

-Fortsetzung folgt-