Mittwoch, 26. September 2007

Heute Morgen beim Zeitungholen...

...raschelt das erste Laub unter meinen Füßen. Tau tropft hörbar von den Linden in die noch morgentliche Stille, die das Krähen eines Hahnes auf wundersame Weise verzaubert.


Es ist Herbst.

Reinhard Mey besingt es in Ich liebe das Ende der Saison so:

In Spinnweben
über den verwitterten Fenstersprossen
Zittern glitzernde Tautropfen
im späten Sonnenlicht.

Wenn jetzt die Sonne scheint,
dann ist das nicht mehr selbstverständlich,
Und du nimmst jeden Strahl
einzeln und dankbar hin.

Nichts ist mehr so wie‘s war,
und du kannst spür‘n: Alles ist endlich.
Auch wenn du‘s nicht verstehst,
ahnst du doch:
Es hat seinen Sinn.

Dienstag, 25. September 2007

Ein harter Brocken...

... so ein Trainingsplan.

Ich trainiere eigentlich immer planlos, wenn auch nicht prinzipienlos (was für ein Wort). Nur die letzten 14 Tage vor einem Marathon versuche ich ein wenig zu kontrollieren und gezielt mein planmäßiges Tempo zu trainieren.

Also hab ich mir nen Plan geschnappt, der sagt: 3 x 5000 m im Marathontempo, dazwischen 12 min Erholung. Klingt easy, in Anbetracht der Endbeschleunigung vom Samstag. War es aber nicht. Es war knallhart. Nach 3 km habe ich mit dem Gedanken gespielt, das Ganze auf 2 Wiederholungen zu verkürzen. HÖCHSTENS. Aber dann hab ich mir vorgestellt, wie gut´s mir hinterher geht, wenn ich das durchziehe. Und so war´s dann auch: Hart, aber geil. Ich brauch das wohl.



Bei Regen bin ich losgelaufen, irgendwann muß es aufgehört haben, ich hab`s nicht bemerkt. Zur Belohnung hatte ich dann aber einen phantastischen Sonnenuntergang. Hier zwei Fotos mit dem Handy aus dem Auto, bei der Heimfahrt.

Samstag, 22. September 2007

Ablaufen der Marathonstrecke

Es ist Samstag, der 22. September. Noch 4 Wochen, dann soll er starten: Unser Marathon. Heute wollen wir die gesamte Strecke bewältigen, nicht alles zu Fuß, wir haben zwei Radfahrer dabei, mit denen wir uns dann abwechseln können. Da es gleichzeitig für mich der letzte lange Lauf vor Köln sein soll, habe ich vor, 35km zu laufen.


Leider geht es Jürgen unterwegs nicht gut, so muß Christine mit dem Rad vorfahren zum Auto und ihn abholen. Das bedeutet, wir sind zu dritt und haben ein Rad. Nach 30 km in moderatem Tempo mache ich wie geplant, meine greifsche Endbeschleunigung über 5 km. Das geht erstaunlich gut, obwohl es ein Geländelauf ist, der keineswegs eben oder bergab geht.

Da wir mit dem Rad ein wenig knausern müssen, entschließe ich mich danach noch, einen Kilometer langsam auszulaufen. Nach 36km darf ich dann für 3 km Erholung aufs Rad. Das tut gut und eigentlich möchte ich gar nicht mehr runter, aber ich muß dann doch noch einmal ran. Die Kilometer 39 bis 42 der Marathonstrecke gehören noch einmal mir.

So lande ich dann am frühen Nachmittag glücklich aber etwas platt mit 39km auf meinem Sofa. Köln kann kommen!

Freitag, 21. September 2007

Und ich wollte nur mal Brot holen...

... an diesem Abend des 18. September!

8.September 2007 - Mein Jungfrau-Marathon

In Kürze kommen hier noch ein paar Bilder, nur Geduld. Der Link zu meinem Bericht befindet sich rechts unter dem Menüpunkt: MARATHONBERICHTE

Donnerstag, 20. September 2007

Abstieg und Abschied nehmen

Das Bergmassiv, das hier hinter dem Tal ganz weit weg erkennbar ist, sind Eiger-Mönch und Junfrau! Mein nächstes Ziel!
24./25. 08.2007

Heute können wir ein paar Minuten länger schlafen, und auf der Suche nach bereitgestellten Wasserflaschen für die morgentliche Zahnpflege treffe ich auf neue Gipfelaspiranten, die bereits gefrühstückt haben, und dabei sind, sämtliche, für den Aufstieg nötige Montur anzulegen. Ich wünsche Ihnen viel Spaß und begebe mich zur Ganzkörperpflege in den bereits verharschten Schnee. Aber was muß, das muß.

Schon auf den ersten Metern unseres Abstieges von der Gandegg-Hütte ist es nicht zu verleugnen: dies wird der wärmste Tag bisher. Bei jedem Rast landet ein weiteres Kleidungsstück im Rucksack, das Grün der Wiesen saugen wir auf, nach all dem Schnee.
Die Sonne strahlt, Matter- und Breithorn werden kleiner und grüßen mit ihren schneebedeckten Gipfeln zu uns hinüber.
Langsam kommen dann auch Bäume, Enzian, Murmeltiere grüßen, und nach einem Rast an der Riffelalp gibt es noch einmal einen kleinen Aufstieg zum Grünsee.
Hier herrscht Luxus pur: es gibt einen See zum Baden (für Mutige, zu denen ich nicht zählte –14°), es gibt eine Sonnenterasse, Weizenbier, es gibt richtige Toiletten... und es gibt... eine DUSCHE!!! Das ist wie Weihnachten und Ostern auf einen Tag. Man will uns wohl langsam an die Zivilisation gewöhnen.


Am Abend erhalten wir aus den Händen unseres Bergführers Engelbert unser Diplom und auch wir bedanken uns bei ihm mit einer kleinen Aufmerksamkeit.
Der nächste Morgen hält ein Verwöhn-Frühstück für uns bereit, wie wir es wirklich seit gefühlten Ewigkeiten nicht hatten. Und es gibt RICHTIGEN Kaffee. Der letzte Abstieg, der letzte Marsch mit der Gruppe dauert etwa 2 Stunden, dann endet alles dort, wo es vor 7 Tagen begann: Im Bahnhofsrestaurant sitzen wir ein letztes Mal beisammen, trinken noch einen Kaffee, tauschen Email- und Postadressen aus und nehmen dann Abschied.
Katrin und Uwe, Stefan und Diana, Roland, Engelbert und Thomas: falls Ihr das hier jemals lesen solltet: Es hat riesig Spaß mit Euch gemacht, wir waren eine tolle Truppe, alles hat gepasst. Ich wünsche Euch alles Glück dieser Erde - und – man trifft sich immer zweimal im Leben!


ENDE

Sonntag, 16. September 2007

Hinauf zum Gipfel des Breithorns

23.08.2007

Die Nacht ist heute kürzer als sonst, denn wir wollen nicht zu spät zum Gipfel aufbrechen. Als wir morgens die Tür von unserem Lager öffnen, trauen wir unseren Augen kaum. Ein eisiger Wind bläst uns ins Gesicht und weht den frischen Schnee über die die kleine Terasse.
So ganz sicher scheint der Aufstieg aufgrund des vielen Neuschnees nicht, aber Engelbert bleibt gelassen und läßt keine Zweifel aufkommen. Wir wollen heute da hinauf!
Nach meiner Morgenwäsche im Schnee (neee, davon gibt’s keine Fotos) und einem Frühstück steigen, ausgerüstet mit Eispickel, Gurten und Steigeisen zur Liftstation „Trockener Steg“ hinab. Von dort aus geht es mit der Gondel zunächst zum Kleinen Matterhorn hinauf. Es ist ein wunderbarer Tag, mit strahlend blauem Himmel, Sonne pur, 20 bis 30 cm Neuschnee und einer wunderbaren Sicht zum Mount Blanc. Ich schaue hinüber und sende in Gedanken ehrfurchtsvolle Grüße an Eric.

Die Gurte werden angelegt und dann geht es als Seilschaft hinauf Richtung Gipfel des Breithorn.

Es ist beeindruckend, wir sind nicht die einzigen Gipfelstürmer, aber wohl die Einzigen, die Ihre Steigeisen im Rucksack lassen. Bei diesem Neuschnee brauchen wir sie nicht, meint Engelbert und wir vertrauen ihm. Bedächtig uns ruhig ziehen wir unsere Serpentinspur über den Gletscher in Richtung Gipfel. Es fällt kaum ein Wort in der Seilschaft, jeder genießt diese unvergleichlichen Momente wohl auf seine Weise. Im Nachhinein fällt es mir schwer, meine Gedanken in diesen Augenblicken zu beschreiben. Ich glaube, ich war in diesen Momenten einfach nur ganz bei mir selbst und bei jedem Schritt, den ich hinaufstieg, immer auf der Hut, das Seil nicht zu schlaff und nicht zu straff werden zu lassen. Es ist eine sonderbare, geheimnisvolle Stille.
Nach etwa 2 Stunden gönnen wir uns eine kurze Pause, mal kurz vom Seil lösen, einen Riegel essen, etwas trinken. Dann geht es weiter, der folgende Anstieg wird steil, aber auch hier entschied Engelbert, auf die Steigeisen zu verzichten. Noch ein kurzes Stück entlang eines schmalen Grates und wir stehen auf dem Gipfel – unvergleichlich, einzigartig, genial... das erste Mal auf dem Gipfel eines Viertausenders, aus eigener Kraft, mit einer Fernsicht, die ihresgleichen sucht. Ich komme mir vor, wie ein Held und ich glaube, auch den anderen aus der Gruppe geht es so.

Nach ausgiebiger Gipfelrast geht es wieder hinab, hier ist nur das erste Drittel etwas schwierig, weil steil. Der Rest ist pures Vergnügen durch den frischen Pulverschnee, der durch den Sauerstoffgehalt teilweise bläulich schimmert.

Über ein riesiges Sommerskigebiet wandernd kommen wir schließlich nach 8,5 Stunden zurück zur Gandegg-Hütte.
Morgen geht es dann wieder hinab zu den Sommerwiesen, kaum vorstellbar im Moment. Aber wir freuen uns wirklich schon auf das Grün der Wiesen und auf die bunten Sommerblumen.

Dienstag, 11. September 2007

Endlich Sonnenschein - Tag 4

22.08.2007
Der nächste Morgen ist mit seinem Sonnenaufgang Belohnung pur für den anstrengenden Aufstieg des Vortages. Das haben wir uns verdient, was für ein Wetter.
Wir steigen nach dem Frühstück ohne Gepäck zum Einstieg des Matterhornes hinauf. Dieses leichte Gehen ohne die Rucksäcke ist der reinste Genuss.
Beim Anblick der über 1000 m hohen steilen Wand verspüre nicht einmal ich das Bedürfnis, da hinauf zu klettern. Aber ganz kurz für´s Foto mal ans Einstiegsseil fassen – das hab ich mich getraut

Nachdem wir das Gepäck gesattelt haben, geht es von der Hörnli-Hütte hinab, und der Abstieg ist durch den Schnee und teilweise überfrorene Stellen nicht ganz einfach. Aber das Wetter ist phantastisch und die Stimmung ebenso.




An einem kleinen Gletschersee machen wir Rast bevor es noch einmal ein paar Höhenmeter zu bezwingen gilt – hinauf zur Gandegg-Hütte.
Von hier aus werden wir morgen, wenn das Wetter mitspielt, das 4165m hohe Breithorn besteigen! Ich freu mich drauf!

Mittwoch, 5. September 2007

Morgen gehts wieder in die Schweiz...

zum Jungfrau-Marathon, und deshalb muß die Fortsetzung meines Wanderberichtes leider noch ein paar Tage warten.

Dieses Mal hoffe ich jedoch, die Berge so weit wie möglich im Laufschritt unter die Füße nehmen zu können.

Aber um nicht vom Thema abzukommen: Den Abstieg von der Hörnli-Hütte und die Bezwingung unseres ersten 4000ers gibt es am Dienstag zu lesen.

So long...

Montag, 3. September 2007

Hinauf zum Fuße des Matterhorns - Tag 3

21.08.2007
Als wir aufwachen, werden wir mit 20 cm Neuschnee und Schneesturm begrüßt. Auch die Mulis sind noch da. Ab und zu lukt duch den Nebel soetwas wie ein Berg, und wir erahnen die zauberhafte Kulisse, die sich hinter diesem Schleier verbergen muß. Nach dem Frühstück steigen wir bei starkem Schneefall über die Moräne hinab zu den Stauseen. Rechts und links geht es viele hundert Meter nach Unten, sehr beeindruckend und schmal, so eine Moräne (das ist grob erklärt das, was der Gletscher rechts und links stehengelassen hat). An den Stauseen endet die Schneefallgrenze und es wird ungemütlicher. Die Stimmung der Truppe wird durch unseren Bergführer Engelbert mit nur mit großer Mühe oben gehalten, denn Steine und Pflanzen haben wir nun wirklich schon genug gesehen... Verdammt, wo sind diese Berge, die wir seit 3 Tagen immer nur in den Beinen spüren??? Der Schnee wird nasser, die Wege matschiger, dann endlich gibt es eine Rast mit warmen Süppchen in der Schwarzsee-Hütte. Mit einem Schlag steigt die Stimmung wieder an.


Das ist auch gut so, denn was nun folgt, ist schon richtiges Bergsteigen und teilweise grenzwärtig, was die Belastung, gerade auch die dünner werdende Luft, und die Gefährlichkeit betrifft. Bedächtig möchte jeder Schritt gesetzt werden, glatt ist der Weg, über Felsplatten und lose Steine, und steil, sehr steil manchmal!
Ab und an klart der Nebel etwas auf und was sich nun hinter, unter und über uns präsentiert, ist einfach der Wahnsinn – Belohnung für die Strapazen des Aufstiegs zur Hörnli-Hütte, an der kein Matterhorn-Bezwinger vorbeikommt.
Nach 8 Stunden reiner Gehzeit (450 m ging es zunächst hinab, um dann wieder 1100 m hinaufzukraxeln) erreichen wir diese Hütte auf 3260 m ü.d.M. um 16:30 Uhr.

Den heißen Tee gibt es in Blechkannen - Hüttenromantik eben. Zum Lager geht es eine kleine Treppe hinauf, durch die dünne Luft keuche ich wie bei meinen Laufanfängen vor 3 Jahren. Zum Glück geht es allen so und mit der Zeit wird es auch besser.

Fortsetzung folgt...