Montag, 28. Juni 2010

Tapering - endlich auch mal Zeit für andere Dinge

Wettkampf war Gestern, lange Radausfahrten gehören vorerst der Vergangenheit an. Jetzt heißt es nur noch: kurze Trainingseinheiten mal schnell mal locker und vorallem Erholung, damit alles passt am Längsten aller Tage.
Zeit also, auch einmal wieder etwas mit den Freunden zu unternehmen. In Bad Saarow hat vor wenigen Wochen ein neuer Hochseil-Klettergarten eröffnet. Manfred, Erik und ich sind ohnehin begeisterte Kletterer - allerdings bisher nur an Felsen im Elbsandsteingebirge.
Dies hier sollte eine ganz neue, komplett andere Erfahrung werden.

Zuerst habe ich mich erst einmal gemeinsam mit meinem Sohn an die Höhe gewöhnt... ;o))
Danach gabs eine kurze Einweisung in die Klettergurte und diverse Sicherungsvorkehrungen, denn da Oben ist man schon ziemlich mit sich selbst allein. Natürlich sind hier alles kurze Wege und genügend Personal, das man notfalls rufen kann, aber wer will das schon...;o)

Die einzelnen Kletterparcours sind nach verschiedenen Schwierigkeitsgraden aufgeteilt. Wir beginnen brav mit "leicht", also alles, was gelb, orange und rot gekennzeichnet ist.

Komplett unvergleichbar mit dem Klettern am Fels (der Fels wackelt nämlich nicht ;o)) geht aber auch diese Art von Klettern schwer auf die Armmuskulatur.

Irgendwie war ich dann doch froh, als ich wieder unten war. Die Höhe war überhaupt kein Problem, aber eben das ständige Gewackle und der damit verbundene Krafteinsatz der Arme.

In Anbetracht der Tatsache, meine Arme am Sonntag noch zu benötigen, habe ich nach den leichten Routen Vernunft walten lassen - und die Berichte der Jungs, die sich noch die härteren Kanten gegeben haben, haben mich in dieser Entscheidung bestätigt.

Das war sicher nicht mein letzter Besuch dort, und beim nächsten Mal darfs auch gerne etwas heftiger sein. Noch ein Foto zum Schluß...

dann Flüssigkeit und Mineralien auffüllen (wichtig im Tapering... ;o)))

und zu Hause dann gemeinsam das WM-Spiel Deutschland gegen England schauen! Was für ein perfekter Sonntag :o) Mal sehen, ob ich das in einer Woche auch sagen kann...

Samstag, 26. Juni 2010

Letzter Check für Körper, Geist und Material



SPREEWALD-TRIATHLON
Meine 3. Teilnahme in Folge hier. Ich mag diesen Triathlon, hier ist seit 3 Jahren immer schönes Wetter, schöner Strand, nette Leute und trotz der über 700 Teilnehmer, verteilt auf verschiedene Distanzen immer noch sehr familiär. Wald, Wiese und ein schöner See - so muß Triathlon sein :o)

Gleich beim Rad-Check-In treffe ich Max, der sich heute die Mitteldistanz geben will, wir plaudern ein wenig, dann muß er schon zum Start, denn die Mitteldistanzler starten bereits um 11 Uhr.

Anschließend wird Routine geprobt - hier klappt das mit dem Einrichten des Wechselplatzes und so diversen Vorbereitungen (fast - dazu später). Ist ja immerhin erst mein 2. Triathlon in diesem Jahr.
Dann gibts noch ein Wiedersehen mit Jürg und schon stecken wir im Neo, die Zeit wird runtergezählt und rein geht es in die Fluten. Heute nicht ganz so zaghaft, ein bisschen Prügelei bekomme ich ab, vorallem an den Bojen. Ist aber ok, finde gleich einen guten Rythmus. Es sind zwei Runden mit Landgang zu schwimmen. Da ich weiß, daß ich mich nach dem Landgang immer schwer tue, den Rythmus und die Atmung wieder anzupassen, nehme ich mir vor, erst nach dem Landgang etwas mehr Gas zu geben. Mach ich auch. Deshalb bin ich ziemlich verwundert über die schlechteste Schwimmzeit, die ich bisher hier im Briesensee geschwommen bin. 36 Minuten.... Sooooo schlecht war doch mein Training aber auch nicht. Im Nachhinein habe ich die Ergebnislisten der letzten beiden Jahre mit den Ergebnissen von heute verglichen, das ließ mir keine Ruhe. Bei allen Triathleten, die ebenfalls in den vergangenen Jahren starteten, hat sich die Schwimmzeit je nach Leistungsniveau zwischen 2 und 5 Minuten verschlechtert. Fazit: längere Strecke...? Jürg schwamm ebenfalls 4 min langsamer, als im letzten Jahr. Ok, abgehakt.

In T1 brauche ich 2:45 mit relativ langem Weg zum Wechselplatz, Neo ausziehen usw. Das ist aber nicht der Grund für die Bummelei. Beim Losschieben des Rades fällt mir auf, daß ich den Tacho noch nicht zurückgesetzt hatte... Ich Doof ich, von wegen Routine!!! Pech gehabt, soviel Zeit muß sein. Da hab ich dann sicher mindestens eine halbe Minute Lehrgeld bezahlt. Na ja... ;o)

Heute wollte ich mich auf dem Rad nicht schonen, treten, was geht. So, als wenn ich nie wieder laufen müsste... Eigentlich weiß ich, daß sich meine Laufleistung nicht an der Radleistung misst. Aber gerade bei längeren Distanzen bin ich da noch vorsichtig. So viele habe ich ja davon noch nicht gemacht. Aber heute wars ja nur ne Olympische. Als 182ste bin ich aus dem Wasser, auf dem Rad mache ich mit der 81besten Zeit von 240 Teilnehmern ganze 62 Plätze gut. Geil! Auch wenn mich das Windschattenfahren vieler Teilnehmer und die mangelnde Kontrolle dessen ärgert. Ein einziges Mal habe ich ein Kampfrichtermotorrad auf der Strecke gesehen. Das darf nicht sein. Nach 1:15h und 42 km steige ich vom Rad (=34er Schnitt).

In T2 gehts fix - 50 sec später bin ich auf der Laufstrecke und auch hier läuft es für meine derzeitigen Geschwindigkeitsverhältnisse recht gut. Mit 49 min wird es die 84st beste Laufzeit des Feldes und bringt mich auf Gesamtplatz 124 von letztlich 238 Finishern (Männer und Frauen) Also gutes Mittelfeld.

In der reinen Frauenwertung hat es für Platz 22 von 54 gereicht, es gab aber in diesem Jahr auch eine sehr starke Berliner Vertretung um die Ak 25/30.

Konkret, und was am Ende zählt: Platz 3 in der Ak gesamt von 9 - na das ist ja mal was :o)

Und das Beste zum Schluß: es waren Berlin-Brandenburger Meisterschaften der Damen, und da hat es sogar zu Platz 2 und zu ner Silbermedaille gereicht.


Nach ausgibigem Finisher-Buffet (natürlich mit Spreewald-Gurken),


Siegerehrung,
und ein bisschen plaudern mit Jürg und anschließend noch Petko...


...auf dessen Arbeitsplatz ich mich eine Weile begebe,


fahre ich noch nach Lübben zum

Chili-Gurken (EXTRA SCHARF) kaufen und ein bisschen Spreewald-Flair genießen.

Das war nun wirklich die letzte knackige Einheit, gerade richtig, um die Muskeln ein wenig aufzuwecken. Nun wird weitergetapert, und dann schaun wir mal... ;o)

Donnerstag, 24. Juni 2010

Die letzten Tage im Schnelldurchlauf...

..., denn es ist schon Einiges geschehen. Ich war jedoch ein paar Tage nicht online, und deshalb, sowie im Hinblick auf die kommenden Ereignisse habe ich weder Zeit, noch Muße dazu, auf Alles im Detail einzugehen.

Aber für ein kleines "Comic" sollte es reichen ;o)

Am Mittwoch Abend in Ehrwald angekommen, gibt es zunächst ein Wiedersehen mit einem "Guten alten Bekannten" - Matti aus Dresden ist bereits seit ein paarn Tage in Ehrwald...

Mit ihm gemeinsam geht es für mich am nächsten Morgen per Rennrad zum Plansee hinauf. Den Neo im Gepäck möchte ich das Wasser testen. Für Matti habe ich den Point Zero eingepackt, er soll ja auch nicht frieren ;o) Tut er aber, und auch für mich ist es nur mit zwei Badekappen auf dem Kopf einigermaßen erträglich. Solch schöne klare Alpenseen haben eben auch den Nachteil, daß sie schweinkalt sind. Anschließend versuchen wir, uns bei den letzten Sonnestrahlen für die nächsten Tage wieder etwas aufzuwärmen und schaffen es gerade bis zum Ortseingangsschild in Ehrwald, bis es fürchterlich anfängt, zu regnen.

Der nächste Morgen beginnt mit Regen....

... und weil Wasser im Freibad eh schon nass ist, beschließe ich, Schwimmen zu fahren. Den Neo lasse ich zu Haus, weil das Becken beheizt und damit wärmer sein müsste, als die Außentemperatur. Eine Ente schaut mich blöde an. Nach knapp 2000 m ist mir aber dermaßen kalt, daß ich das Training beenden, und ins Warmbecken verschwinden muß. Anschließend gabs auf großem Flach-TV das Katastrophenspiel Deutschland gegen Serbien.

Da kam das abendliche Läufchen mit Matti durchs Moos gerade Recht, auch wenn es nicht ganz trocken zuging.
Inzwischen sind auch meine Eisenhüttenstädter Freunde Theo und Ines in Ehrwald angekommen, und wir treffen uns am Abend alle gemeinsam mit ein paar Foris beim Mooswirt. Wird ein netter Abend.
Ein mir unbekanntes Geräusch reißt uns am nächsten Morgen aus den Träumen... Almauftrieb genau unter unserem Fenster. Gefühlte hundertausend Rinder traben muhend und klingel-glockend am Haus vorbei... Na super - Guten Morgen also! Heute ist ZugspitzArenaLauf, den Erich und seine Freunde organisieren. Wir haben uns beide für die Halbmarathonstrecke entschieden, die von Heiterwang nach Ehrwald führt und dann im Moos noch eine Extra-Runde dreht.
In Heiterwang angekommen, treffen wir noch auf Kerstin und Charly, wir plaudern ein wenig, und dann gehts auch schon los. Es regnet inzwischen seit 3 Tagen ununterbrochen, aber das ist eher nicht der Grund für meine schlechte Tagesform. Macht aber irgendwie gar nix, die Strecke ist super, die Berge habe ich ja beim Rad- und Autofahren schon öfter gesehen... ;o) und die ganze Organisation ist super. Bereits bei km 11 bekomme ich Wadenkrämpfe, was ich überhaupt nicht verstehe, muß stehenbleiben, dehnen, gehen - langsam weiterlaufen, überlege, mein erstes DNF zu machen - und dann geht es auf einmal wieder. Nicht schnell, das trau ich mich nun nicht mehr, aber auch egal. Mußte eh schon zu viele vorbeiziehen lassen, dann ist es jetzt eben egal.

Mit 1:56 laufe ich meine zweitschlechteste HM-Zeit. Na ja, gibt Schlimmeres ;o)

Wegen des schlechten Wetters muß leider das geplante Bergfeuer auf eine Woche später verschoben werden. Das ärgert mich ziemlich, denn am nächsten Wochenende bin ich leider nicht in Ehrwald :'o(

Dennoch wird es ein schöner Abend mit der großen Läufergemeinde.

Am nächsten Morgen ist Recom angesagt, und so geht es auf Erichs Vorschlag hin (der leider arbeiten muß) gemeinsam mit Ines, Theo und Matti zunächst zur Olympiaschanze nach Garmisch-Partenkirchen, und von dort aus dann auf eine Wanderung durch die Partnachklamm, einer phantastischen Schlucht gleich um die Ecke.

Schrieb ich eigentlich schon, daß es seit Tagen regnet... ;o/?



Von hier aus ging es dann weiter zum Berggasthof Eckbauer auf knapp über 1200 m. Hier regnete es immer noch, ein paar Meter weiter oben kam das Zeug als Schnee...

Also nicht höher, sondern lieber wieder runter, wo es sicher regnet, mit der Eckbauerbahn. Hier geht es im wahrsten Sinne des Wortes sehr nostalgisch zu ;o) Aber geil :o))
Wieder in Ehrwald hat auch Erich Feierabend und wir fahren gemeinsam mit Ines und Theo nach Schwangau bei Füssen ins warme Wasser der Kristalltherme. Anschließend Pizzaessen, und ein perfekter "after-race-day" geht zu Ende.
Am Montag ist Ruhetag im Café, und darum gehört der Tag nur Erich und mir. Heute regnet es leider.... Nix mit Berg gehen oder so... Na ja!

Wir verbringen einen tollen Tag in München, welches ich bislang nur vom Durchfahren kenne. Zunächst ein bisschen umschauen im Olympiapark mit Sea Life und Fernsehturm, danach dann per U-Bahn ins Zentrum, ein bisschen Kultur, ein bisschen Brauhaus - hey, wir sind immerhin in München ;o)

Ja, und das wars dann auch schon wieder - es geht heim, die letzten Tage vor dem großen Finale sind angebrochen. Tapern, Testen, Umbauen, Auspacken, Einpacken, Organisieren, noch ein kurzer Wettkampf am Samstag - der Ticker da nebenan ist bereits einstellig und wird bedrohlich kleiner.

Ob ich wirklich bereit bin für den Großen Tag, weiß ich nicht. Aber ich möchte endlich, daß es losgeht, damit es endlich vorbei ist...

Dienstag, 15. Juni 2010

Impressionen vom Schloss-Triathlon

Petko, guter Freund und Sportfotograf (u.a. bei unserem Schlaubetal-Marathon) hat vorab schon einmal eine kleine Diashow online gestellt, bei der man einen wundervollen Einblick in unseren schönen Sport bekommt. Oli und mich gibts auch zu sehen :o)

Montag, 14. Juni 2010

Es brennt wieder in mir...

... das Fieber, das Triathlon heißt!
Am Samstag war es endlich soweit, nach so vielen langen und einsamen Trainingseinheiten - mein erster Triathlon der Saison stand in`s Haus. Während eine Mitteldistanz im letzten Jahr noch mein Saisonhöhepunkt war, war sie dieses Mal mein Saison Opener. Wie die Dinge sich doch verschieben ;o)
Moritzburg 2010 - lang schon geplant - sollte aber nicht nur Formtest vor Klagenfurt werden, sondern auch ein Wiedersehen mit Oli und Acki - und das allein ist schon Garant für ein tolles Wochenende.
Am Freitag komme ich gegen Mittag auf dem Zeltplatz vor den Toren Moritzburgs an und stecke schon einmal unser Revier ab.
Oli läßt nicht lang auf sich warten, kurz darauf kommt auch schon Acki, mit dem wir so früh eigentlich noch gar nicht rechneten. Wie schön, dann können wir uns ja zu Dritt auf die Radrunde machen.
Die Strecke ist landschaftlich super, ein bisschen hügelig und windanfällig, was mich an der Richtigkeit meiner Entscheidung zu den Aerolaufrädern etwas zweifeln läßt. Die Straßenbeschaffenheit ist teilweise allerdings grenzwärtig, vorallem Oli macht sich Sorgen um sein schönes neues Rad... ;o)

Acki übrigens auch... ;o))

Nach 40 km zum Einrollen (das war vor zwei Jahren hier mein Hauptwettkampf ;o)) treffen wir dann Tati im Zentrum von Moritzburg.


Schön war`s, sie einmal wiederzusehen, das letzte Mal wars im Oktober beim Schlaubetal-Marathon und das nächste Mal wirds wohl im Oktober, beim Schlaubetal-Marathon ;o)

Anschließend holen wir unsere Startunterlagen, parken unsere Räder beim Org-Büro und testen den Tümpel - äh - "Himmelsteich", wie dieses Gewässer rund um das Schloss Moritzburg sich nennt. Warm ist es darin und trübe, gerade so, daß man seine eigene Hand beim Durchziehen erblicken kann - mehr aber auch nicht.
Danach dann Pastaparty, Wettkampfbesprechung und noch ein bisschen gemeinsam abhängen, Oli studiert seine neu erworbene Race-Verpflegung, ein Weizenbierchen gibts zum Einschlafen und dann verschwinden wir in unseren Zelten.
Die Nacht war kalt und laut auf dem Campingplatz. Trotzdem hab ich einige Stunden schlafen können, zumindest dann so lange, bis Oli dessen Start ja schon um 7 Uhr ist, mir per SMS mitteilt, daß der Schloßteich 23,5 Grad hat - das bedeutet für uns Mitteldistanzler Neoverbot. Nun ist mir gänzlich schlecht, meine Laune total im Keller, Sonne scheint nicht, kalt ist es, schlecht ist mir und überhaupt - was mache ich hier, ich will hier nicht sein!!!!
Armer Acki - er erträgt meine Launen geduldig, ich bin doch wirklich zum K***en an diesem Morgen ;o) Mich selbst wundert das überhaupt nicht, so bin ich immer vor so einem Wettkampf.

Um 9:30 machen wir uns per Rad auf den Weg zum Check In - dort ergab die neuste Wassermessung 22,9 Grad, das bedeutet, daß der Neo doch erlaubt ist und hebt meine Laune etwas. Wechselplatz einrichten,


ein bisschen rumlabern mit den Nachbarn, Christian aus dem Forum treffen und dann ist es auch schon soweit: Die Titelmelodie von "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" begleitet uns zum Schwimmstart, Acki sehe ich nicht mehr, mit Christian gehe ich zum Schwimmstart, Neo anziehen, bisschen einschwimmen, langsam gehts mir etwas besser.

Punkt 11 Uhr wird das Rennen mit einem Kanonenböller gestartet, alle Zweifel, aller Ballast sind verschwunden, ich komme gut weg, hatte mich ganz Außen eingeordnet, wollte keinesfalls eine Prügelei riskieren. Zu sehr hatte ich noch das Erlebnis im Kraichgau vor einem Jahr im Kopf - das brauche ich vor Klagenfurt nicht. Dort wird es auch einen Massenstart geben und deshalb brauche ich hier Sicherheit. Das hat auch super geklappt. Schnell finde ich meinen Rythmus, fühle mich gut, weiß, daß ich langsam schwimme, mag es aber nicht ändern, will nix riskieren. Der Gedanke, die doppelte Strecke jetzt schwimmen zu müssen ist allgegenwärtig, darauf liegt mein Fokus im heutigen Rennen und es fühlt sich gut an. Richtig gut. Nach 43 min komme ich aus dem Wasser, lt. Garmin bin ich 200 m mehr geschwommen, das war mir klar, ich war natürlich alles Andere als auf der Ideallinie zu den Bojen. Bin aber zufrieden, weil ich mich richtig gut fühle.

In T1 brauche ich 3:19 min, dann bin ich auf der Radstrecke. Hier geht der Spaß weiter, ich bin nur am Überholen. Da ich die Strecke von gestern schon kenne, kann ich mir meine Kräfte an den Hügeln gut einteilen, fahre zügig, aber ohne zu überzocken, auch hier visualisiere ich das Doppelte und im Kopf passt alles. Achte auch darauf, ordentlich Wasser und Verpflegung zu mir zu nehmen, vertrage alles bestens, muß aber leider auf der 3. Radrunde kurz anhalten und das Wasser wieder rauslassen. Das hat vielleicht zwei-drei Minuten gekostet, am Ende fahre ich nach 95 Kilometern und 3:04 in die Wechselzone ein. Geile Zeit, 31er Schnitt!

Hier dann Rad aufhängen, Helm und Brille ab, Schuhe wechseln und vorallem Startnummer richten, die mir während des Radfahrens abgerissen war, und die ich dann provisorisch nur unters Starnummerband geklemmt hatte. Zeit in T2: 2:05 min - das geht ohne Probleme schneller.

Laufen fühlt sich gut an von Anfang an. Bin mit einer gleichmäßigen Pace unterwegs, könnte schneller, mag aber gar nicht weil: siehe Oben ;o)

Drei Runden a 7 km sind zu laufen, ich bekomme mein erstes Bändchen an den Arm, sehe Oli schon von Weitem, freu mich, abklatschen, 3 Worte wechseln, weiter gehts, 38 min für die ersten 7 Kilometer - perfekt. Runde zwei ebenso, obwohl es jetzt anfängt, wie aus Kannen zu schütten, das hat was Erfrischendes und stört nur insofern, daß sich die Laufstrecke im Wald noch mehr in eine Schlammgrube verwandelt und es nicht leichter macht. Aber alles kein Problem. Zweites Bändchen, wieder Oli, wieder konstant 38 min - jetzt wird Gas gegeben.

Spaß machts, bin nur am Überholen, so muß das sein - so sollte das sein, doch verdammt: ich spüre schon dieses Schei$$ Gefühl in meinen Waden - trotz anderer Schuhe das gleiche Problem wie im Kraichgau und wie in Wiesbaden - Krämpfe. Muß leider Tempo rausnehmen, öfter anhalten und dehnen um wieder ein paar Meter weiterzukommen - das alles auf den letzen 3 Kilometern, so ein Mist. Dabei fühle ich mich sonst top! Versuche es mit dem angebotenen Iso, aber das Zeug ist so dünn, das hilft eh nix. Deshalb büße ich in Runde 3 leider 4 Minuten ein, brauche 42 min und komme dann nach einer Halbmarathonzeit von 1:58 und einer Gesamtzeit von 5:51:14 ins Ziel. Ein bisschen ärgert mich das natürlich, hatte während des Rennens doch echt auf eine Zeit um die 5:45 spekuliert. Leider ging das nicht auf, traurig bin ich trotzdem nicht darüber, denn ich fühle mich richtig gut. Der Kopf sagt: es passt Alles! ALLES!

Weil es immer noch regnet, halte ich mich nicht lange auf im Ziel, treffe noch kurz Oli, Cathy, die in der Staffel als Läuferin gestartet war, Christian, der eine fantastische 5:12 rausgehauen hat, Jürg aus dem TS-Forum, den ich jetzt schon so lange nicht mehr gesehen hatte, Falk, der mit seinen 5:59 super zufrieden ist und damit 3. seiner AK wurde - und dann packe ich meine klatschnassen Sachen aus der Wechselzone zusammen, ziehe mir nur eine Jacke drüber, setze mich aufs Rad und fahre so nass und dreckig auf den Campingplatz zurück. Alles Andere macht ja keinen Sinn. Hier gibts dann eine heiße Dusche, Acki ist schon in seinem Zelt, Oli kommt kurze Zeit später und dann machen wir uns auf zurück nach Moritzburg, wo immer noch Langdistanzler auf der Strecke sind. Das ist ein einsames Rennen für die Helden des Tages...

Wir gehen was futtern und feiern unser Rennen, mit dem wir alle 3 richtig zufrieden sind. Acki fährt uns dann zum Zeltplatz zurück und verschwindet als erster in seinem Zelt - Und Oli und ich... na was wohl... wir quatschen noch bis tief in die Nacht, darauf hatten wir uns ja Beide schon so lange gefreut!
Am nächsten Morgen gehen wir noch gemeinsam frühstücken und dann heißt es wieder Abschiednehmen, 3 Triathleten - 3 Himmelsrichtungen, der Eine fährt in den Westen, der Andere in den Norden und ich in den Osten zurück nach Hause. Ein wundervolles Wochenende, daß mich zurückkehren ließ in die Faszination Triathlon und das mich vorallem auch mental für Klagenfurt eingestimmt und mir Sicherheit gegeben hat.

Dienstag, 8. Juni 2010

Intensives Wochenende - Wettkampfauftakt in Potsdam


Nach mehr oder weniger trainingsintensiven Wochen und Monaten stand am Samstag mit der 150km-RTF "Vor den Toren Berlins" meine letzte richtig lange Radeinheit vor Beginn der Wettkampfphase an. Start und Ziel war in Königs Wusterhausen, etwa eine Autostunde von mir zu Hause entfernt.

Schnell sortierte sich das Feld - die reinen Radsportler, die in ganzen Gruppen auftauchen und dann auch als Formation fahren, vorneweg in einem Affenzahn - die eher gemütlichen Bummler hinten - und ich so ziemlich als Exot mit meinem Zeitfahrrad mittendrin. So fuhr ich die ersten 120 km fast allein. Ab und an überholte ich einen Einzelkämpfer, ab und an wurde ich überholt. All das störte mich aber nicht, im Wettkampf bin ich auch auf mich allein gestellt. Überraschender Weise ging es für mich sogar durch meinen Geburtsort Bad Saarow hindurch, vorbei am Scharmützelsee, dann durch den Spreewald - herrliche Strecke, gut ausgeschildert, mit Verpflegungspunkten etwa alle 30 bis 50 Kilometer. Die ganze Zeit über horchte ich in mich hinein, fuhr immer mit dem Gedanken im Kopf, heute sollen es 180 km werden, prüfte mich nach 90 ob das Doppelte noch funktionieren würde....Und der Kopf und die Beine spielten mit. Auf den letzten 30 Kilometern hatte ich dann sogar noch nette Begleitung, die ich am letzten Verpflegungspunkt aufgegabelt hatte. Nach sogar 157 km war ich wieder am Startort in K.W., ganz entspannt mit einem 28er Schnitt, Beine gut, Kopf gut - und das gute Gefühl: ich kann die 180 km schaffen. Dies war zugleich meine längste Radeinheit bisher überhaupt.


Auch hinterher fühlte ich mich nicht platt, Beine ok, also steht dem Wettkampfauftakt des Jahres mit dem morgigen Potsdamer Halbmarathon nichts im Wege.


Endlich mal wieder mit den Schlaubis unterwegs, trafen wir uns morgens um 6 Uhr auf dem Real-Parkplatz, um gemeinsam nach Potsdam zu fahren. Ich muß sagen, das hat mir schon alles ein bisschen gefehlt, in den letzten Wochen einsamen Trainings. Schön, wieder mal mit allen zusammen zu sein.


Die Ummeldung (ich bin für unseren Vereinsvorsitzenden Moldi gestartet, der verletzungsbedingt nicht konnte) ging zügig und so hatten wir in der super modernen Leichtatletikhalle "Am Luftschiffhafen" noch Zeit für ein Gruppenfoto.

Schon Morgens stand der Planet prall am Himmel, zur Startzeit um 9 Uhr hatte es bereits 20 Grad. Kein Lüftchen regte sich. Auweia, das wird hart heute. Der allererste wirkliche Sommertag des Jahres...

Ich hatte mir ja nach der gestrigen Radtour nicht wirklich etwas vorgenommen, nur als Vorbereitung für den IM mit ermüdeten Beinen ein bisschen angestrengt laufen. Also nicht ganz langsam, eben etwas zügig. Hatte gehofft, ein 5er Schnitt würde gehen. Nach einer halben Stadionrunde gab es am Stadionsausgang bereits den ersten Stau - mir wars egal, aber für Läufer, die ambitoniert unterwegs waren, war`s sicher ärgerlich.


Bereits auf den ersten 4 Kilometern merkte ich, daß das mit dem 5er Schnitt wohl nicht passen würde. Die Beine fühlten sich jetzt doch schon etwas schwer an und selbst mir, der Hitze eigentlich nicht wirklich etwas ausmacht, brannte es ordentlich auf den Deckel... Nach 6 Kilometern kam der erste Getränkestand - meines Erachtens für die Bedingungen in der prallen Sonne viel zu spät. Zwei Becher in den Hals, zwei Becher über den Kopf - weiter ging es, recht gleichmäßig im 5:10er Schnitt. Das war ein Tempo, das ich wohl würde halten können. Kurze Zeit später liefen Lothar, Thomas und Mario aus meinem Verein an mir vorbei - sollen sie.


Die Hitze (inzwischen 29 Grad im Schatten) war schon gnadenlos. Zwar war der Lauf in Brandenburgs Landeshauptstadt landschaftlich und städtebaulich äußerst atraktiv und abwechselungsreich, aber eben auch fast nur in der prallen Sonne. Und die gab sich alle Mühe. Ich bekam Kopfschmerzen, das hatte ich noch nie... Egal, Zähne zusammenbeißen und weiter. Bei Kilometer 14 gönnte ich mir ein Gel, Wasser rein und rüber und noch einen Becher Cola und konnte die Initialzündung starten. Los Kathrin, das kannst Du doch, das ist Triathlon, auf den letzten Kilometern tut es immer weh: Und es gelang mir auch, nun nochmal richtig aufzudrehen. Einen Kilometer weiter hatte ich Mario ein, meinen Vereins- und zugleich auch Arbeitskollegen. Ihm ging es nun gar nicht mehr gut - wie so vielen nicht bei diesem Wetter. Ich gab mir die nächsten 5 Kilometer wirklich alle Mühe, ihn bei Laune zu halten, was mir mehr oder weniger gut gelang, teilte sogar mein letztes Gel mit ihm. Auf dem letzen Kilometer habe ich mich dann aber noch einmal abgesetzt, ich hoffte, wenigstens noch unter 1:50 bleiben zu können - doch das hatte ich mir wohl zu spät überlegt. Macht aber nix, für die Voraussetzungen und die Bedingungen des Tages war es eine für mich akzeptabele Leistung. Um so mehr noch, als ich dann in der Ergebnisliste erfuhr, daß ich Platz 49 von Gesamt 821 Frauen belegte. Und das mit dieser Zeit! Das Wetter hatte wohl an diesem Tag von allen Läufern seinen Tribut verlangt. Ich selbst habe nur einen Läufer am Boden gesehen, um den sich die Sanis kümmern mussten, weiter Hinten soll es dann richtig bös gewesen sein. Ein 43Jähriger hat es leider trotz Reanimation nicht geschafft.


Solche Nachrichten sind dann wirklich immer sehr bedrückend, wir haben es aber erst erfahren, als wir wieder daheim waren.




Unsere Jungs und Mädels sind aber glücklicherweise alle gut ins Ziel gekommen, wenn jedoch alle auch weit hinter ihren Erwartungen. Etwa 5 bis 8 Minuten hat jeder der Hitze abtreten müssen, aber keiner war enttäuscht oder traurig. War einfach ein schöner Tag mit guten Freunden.